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:: Daten, Namen, Fakten
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In unserem Archiv können Sie noch die Chronik der letzten Jahre nachlesen.
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September 2011
2. Albanien gegen Frankreich 1:2: Albanien verliert sein Heimspiel gegen Frankreich in der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft. Erjon Bogdani gelingt in der 46. Minute ein Anschlusstreffer nach einer 0:2-Führung der Franzosen.
2. Annäherung in Zollverhandlungen: Serbien und Kosovo einigen sich in Brüssel über neue Zollstempel. Serbien weigert sich, kosovarische Hoheitszeichen anzuerkennen. Der neue Stempel soll lediglich die Aufschrift „Zoll von Kosovo“ ohne Wappen oder Flagge tragen. Vertreter der Kosovo-Serben lehnen diese Lösung ab und bestehen auf serbischen Stempeln. Am 4.9. beginnen sie deshalb mit neuen Blockaden.
3. Kosovo-Polizei übernimmt Grenzübergänge nach Montenegro: Die KFOR übergibt der kosovarischen Polizei offiziell die Zuständigkeit für dien Grenzübergänge nach Montenegro.
5. PS beendet Parlamentsboykott: Die Fraktion der PS beendet, auch unter internationalem Druck, ihren Parlamentsboykott. Parteichef Rama (der kein Mandat besitzt) begründet dies mit der Notwendigkeit, die Regierung Berisha im Parlament unter Druck zu setzen und die Annäherung Albaniens an die EU nicht zu belasten.
5. PS-Chef in Tirana tritt zurück: Besnik Baraj erklärt nach sechsjähriger Tätigkeit als Bezirksvorsitzender der PS in Tirana überraschend seinen Rücktritt. Saimir Tahiri übernimmt bis zur Wahl eines Nachfolgers im November kommissarisch den Vorsitz.
6. Opposition uneinig: Einer Einladung Edi Ramas zu einem Koordinierungsgespräch über die Oppositionsarbeit folgen nur Paskal Milo (PDS), Petro Koçi von der PS-Abspaltung PSV ‚91 und Nard Ndoka von den Christdemokraten. Die Vorsitzenden der Sozialdemokraten, Skënder Gjinushi, der Menschenrechtspartei, Vangjel Dule, sowie Spartak Ngjela von der PLD nehmen nicht teil. Nur die Menschenrechtspartei ist im Parlament mit einem Sitz vertreten. Bei einem Folgetreffen zur Wahlrechtsreform am 20.9. fehlen Gjinushi, Dule und Ngjela erneut. Oppositionssprecher Preç Zogaj erklärt, Gjinushi und Dule seien im Ausland und ihre Parteien seien durch andere Politiker vertreten gewesen.
6. Albanien verliert gegen Luxemburg 2:1: In Luxemburg verliert die albanische Nationalmannschaft trotz eines Tors von Bogdani in der 64. Minute sein Auswärtsspiel zur Europameisterschaft gegen den Gruppenletzten der Qualifikationsgruppe D mit 2:1. Nationaltrainer Josip Kuzhe lehnt einen Rücktritt ab und schiebt die Verantwortung auf den finnischen Schiedsrichter.
8. Neue Stadtplanung für Tirana: Der neue Bürgermeister von Tirana, Lulzim Basha (PD), kündigt eine grundlegend neue und bürgeroffene Stadtplanung für die Hauptstadt an, die mit der Politik seines Vorgängers Edi Rama brechen soll.
9. Richter in Vlora ermordet: Skerdilajd Konomi, Richter am Gericht von Vlora, wird durch eine Autobombe getötet.
9. KFOR: Deutscher Erhard folgt deutschem Erhard: Der deutsche General Erhard Drews übernimmt das Kommando der internationalen KFOR-Truppe von dem ebenfalls deutschen General Erhard Bühler.
12. Doppelbesuch mit Protesten: Die Außenminister Italiens, Franco Frattini, und Griechenlands, Stavros Lambrinidis, führen in Tirana mit der gesamten Staatsspitze und PS-Chef Rama über die Annäherung Albaniens an die EU; sie rufen Regierung und Opposition zur Zusammenarbeit auf. Die nationalistische „Allianz Rot und Schwarz“ demonstriert gegen den griechischen Politiker und warnt die eigene Regierung vor einem Ausverkauf der nationalen Interessen.
14. 20 Jahre FES in Tirana: Die Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert einen Festakt anlässlich des 20jährigen Bestehens ihres Büros in Tirana. Berisha und Rama tauschen in ihren Reden ironische Polemiken ohne offene Feindseligkeiten aus.
16. EULEX übernimmt umstrittene Grenzposten: Nach tagelangen Blockaden durch die Kosovo-Serben übernimmt die EULEX die Grenzposten Jarinje und Brnjak zwischen Kosovo und Serbien. Ursprünglich sollte der kosovarische Zoll die Kontrollen direkt übernehmen. Jetzt will die EULEX auch kosovarische Zoll- und Grenzbeamte an den Kontrollen beteiligen. Wegen der anhaltenden serbischen Blockaden verlegt die Bundeswehr zwei Räumpanzer nach Kosovo.
16. Kosovo hebt Embargo auf: Vereinbarungsgemäß hebt Kosovo das Importverbot für serbische Waren auf, dass es im Juli als Antwort auf entsprechende serbische Maßnahmen erlassen hatte. Serbien hält sein Importverbot zunächst aufrecht.
17. NOK-Präsident tritt zurück: Nach dreijähriger Amtszeit tritt Agim Fagu als Präsident des albanischen Nationalen Olympischen Komitees zurück, nachdem Korruptionsvorwürfe laut geworden waren, die er bestreitet.
19. Kosovarische Staatsführung trifft Clinton und Berisha: Die kosovarische Präsidentin Atifete Jahjaga, Ministerpräsident Thaçi und sein Stellvertreter Behxhet Pacolli trffen in New York mit US-Außenministerin Hillary Clinton zusammen; bei dem Gespräch geht es um die mit Serbien strittigen Grenzübergänge. Anschließen treffen sich die Delegationen Kosovos und Albaniens zur UN-Vollversammlung zu einem Arbeitsessen.
21. Neubewertung der Geschichte: Der Historiker Ferit Duka, ein Experte für die türkische Herrschaft in Albanien, kündigt eine Neubewertung dieser Epoche in den offiziellen Geschichtsdarstellungen an. Die hatte bereits vor drei Jahren der türkische Ministerpräsident Erdogan gefordert. Auch in Kosovo hatte Bildungsminister Ramë Buja eine entsprechende Neubewertung in den Schulbüchern versprochen. Andere Historiker in Albanien und Kosovo wenden sich gegen Neubewertungen nach politischer Konjunktur. Kritiken des serbischen Botschafters in Tirana am Inhalt der Schulbücher fallen demgegenüber auf taube Ohren.
22. Serbien richtet neue Grenzübergänge ein: Serbien will die blockierten Grenzübergänge in Jarinje und Brnjak umgehen und richtet zwei neue Grenzübergänge ein, die die KFOR zu schließen versucht. 13 serbische LKW-Fahrer werden von der kosovarischen Polizei wegen illegaler Einreise vorübergehend festgenommen.
23. Rama stellt Forderungen: Für den vom Ausland geforderten Schulterschluss zwischen Regierung und Opposition stellt Edi Rama zehn Forderungen auf: eine neue Geschäftsordnung des Parlaments, einen Ausschuss zur Vorbereitung einer institutionellen Reform, eine Wahlrechtsreform bis zum März 2012 gemäß den Vorschlägen der OSZE, eine bessere Vertretung der Opposition im Aufsichtsrat der Staatsbank, eine Entpolitisierung der obersten Justizorgane und des Ombudsmanns, mehr Einfluss auf die Gesetzgebung, eine Neuregelung der Abgeordnetenimmunität, die Zuständigkeit der Generalstaatsanwältin für die Aufklärung der Todesfälle bei der Demonstration vom 21.1.2011 und nicht geklärter Ermordungen von Politiker, Untersuchungen von durch Wikileaks publizierten Verdächtigungen von Politikern wegen krimineller Verwicklungen und eine Entpolitisierung des Rundfunkrates. Die PD weist dies als Fahrplan zur Regierungsübernahme durch die PS zurück.
24. Berisha in UN-Vollversammlung: Berisha ruft in der UN-Vollversammlung zu mehr diplomatischen Anerkennungen Kosovos auf, wendet sich aber zugleich gegen eine einseitige Unabhängigkeitserklärung Palästinas. Er weist auch die Angriffe auf den kosovarischen Ministerpräsidenten Thaçi wegen angeblicher Verwicklung in Morde zum Zweck des Organhandels zurück.
25. Drama um Roma-Abschiebung uraufgeführt: Das Junge Schauspiel Hannover führt das Drama „Deportation Cast“ von Björn Bicker in der Regie von Peter Kastenmüller erstmals auf. Es behandelt das Schicksal einer in Deutschland lebenden Schülerin aus der Roma-Volksgruppe, die nach Kosovo ins Elend abgeschoben wird.
27. Schwere Zusammenstöße in Nordkosovo: Bei Zusammenstößen protestierender Kosovo-Serben und der KFOR werden sieben Zivilisten und vier KFOR-Soldaten verletzt. Die serbische Regierung spricht von unakzeptabler Gewaltanwendung durch die Soldaten, die KFOR macht Selbstverteidigung gegen Steinewerfer geltend.
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