albanien-dafg.de    Freundschaft mit Albanien hat einen Namen: DAFG                                                                                        
:: Daten, Namen, Fakten
In unserem Archiv können Sie noch die Chronik der letzten Jahre nachlesen. 
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Oktober 2011

1. Thaçi tritt nicht als Präsident an: Der kosovarische Regierungschef Hashim Thaçi dementiert Spekulationen, er wolle selbst als Präsident kandidieren, falls die Neuwahl bereits 2012 stattfinde: er will sein bisheriges Amt nicht aufgeben. Er bestätigt wiederholte Treffen mit dem serbischen Präsidenten Boris Tadić und weist daraufhin, dass der frühere kosovarische Präsident Rugova sogar mit Milošević zusammengetroffen sei.
1.Volkszählungsboykott der Albaner in Serbien?: Die serbische Regierung droht mit Geldstrafen gegen Bürger, die die Teilnahme an der heute beginnenden Volkszählung verweigern; das richtet sich in erster Linie an die Minderheiten der Bosnier und der Albaner im Preshevatal.
1. Ausstellung über Wied: Im Historischen Nationalmuseum wird eine Sonderausstellung über Fürst Wilhelm von Albanien eröffnet. Prinz Wilhelm zu Wied hatte von März bis September 1914 Albanien regiert, bis der Ausbruch des 1. Weltkriegs seine internationalen Garantien zunichte machte und er Albanien fluchtartig verlassen musste.
2. Rama fordert Debatte mit Berisha: PS-Chef Rama fordert Ministerpräsident Berisha zu einer öffentlichen Debatte über die Zukunftskonzepte hin zur Integration in die EU auf. Der Vorschlang wird von Vertretern der OSZE und der USA ausdrücklich begrüßt. – Die PD weist ihn als Manöver Ramas zurück, der damit sein Image vor dem anstehenden Parteitag der PS aufbessern wolle.
4. Oppositionstreffen: Bei einem neuen Koordinierungstreffen der Oppositionsparteien fehlen Paskal Milo (PDS) und erneut Vangjel Dule (PBDNJ). Oppositionssprecher Preç Zogaj dementiert erneut politische Gründe (s. 6.9.2011). Milo erklärt, er habe keine Einladung erhalten. – Beim nächsten Treffen am 11.10. ist Dule anwesend, Milo allerdings nicht.
4. Živkovićs Rundumschlag: Der frühere serbische Ministerpräsident Zoran Živković, der 2003 Nachfolger des ermordeten Zoran Djindjić war, wirft der gesamten politischen Klasse des Landes Betrug am Volk und der internationalen Gemeinschaft vor; weder sei es ihr ernst mit der Rückgewinnung Kosovos noch mit der europäischen Integration. – Ähnlich äußert sich am 9.10. der Belgrader Kommentator Milan Nikolić; nach Umfragen hätten sich bis zu 70 % der Serben mit dem Verlust Kosovos abgefunden. – Am 14.10. fordert die Tageszeitung „Danas“ erstmals die Anerkennung Kosovos.
6. Rückzug I: Ceka: Der Archäologe und Politiker Neritan Ceka legt das Amt des Parteipräsidenten der Demokratischen Allianz (PAD) nieder; er will sich um das Amt eines Vollmitglieds der Akademie der Wissenschaften bewerden, das mit politischen Funktionen inkompatibel ist.
6. Rückzug II: Marty: Der Schweizer Abgeordnete im Europarat Dick Marty zieht sich aus der Politik zurück. Er war im Vorjahr mit schweren Vorwürfen gegen UÇK-Führer, darunter Hashim Thaçi, wegen angeblicher Verwicklung in Organisierte Kriminalität und Organhandel bekannt geworden, die bisher weder bewiesen noch ausgeräumt wurden.
6. Gangsterbande in Nordkosovo involviert: Nach serbischen Medienberichten hat bei der Konfrontation zwischen Serben und der KFOR an mehreren serbisch-kosovarischen Grenzübergängen eine bewaffnete Schmugglerbande um den Verbrecher Zvonko Veselinović eine maßgebliche Rolle gespielt; der bewaffnete Angriffe auf KFOR-Truppen geführt habe. Bisher hatte Serbien das Vorgehen der militanten Kosovo-Serben unterstützt.
7. Ramiz Alia gestorben: Wenige Tage vor seinem 86. Geburtstag stirbt der ehemalige Staats- und Parteichef Ramiz Alia in Tirana. Seine Leiche wird am 9.10. offiziell für eine Stunde im Armeehaus für ein Trauerdefilee aufgebahrt. Die PS gibt keine Erklärung ab; einzelne ihrer Politiker nehmen an der Trauerfeier teil. - Der Jugendfunktionär des Partisanenkampfes stieg in höchste Parteifunktionen auf, wurde 1982 nominelles Staatsoberhaupt und setzte sich nach dem Tod Mehmet Shehus als Nachfolgeaspirant für Parteichef Enver Hoxha durch. Eine Politik zögerlicher Reformen konnte das System nicht retten. Alia wurde 1991 zum ersten Staatspräsidenten gewählt, musste aber nach einem Jahr nach dem Wahlsieg der PD zurücktreten und wurde zu einer längeren Haftstrafe verurteilt. 1997 kam er wieder frei und zog sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurück (s. Nachruf in AH 3/2011).
7. Frankreich schlägt Albanien 3:0: Albanien verliert erwartungsgemäß sein Auswärtsspiel gegen Frankreich in der EM-Qualifikation; der Gastgeber gewinnt mit 3:0.
11. Zarif neuer UNMIK-Chef: UN-Generalsekretär Ban Ki Mun ernennt den Afghanen Farid Zarif zum Nachfolger von Lamberto Zannier als Chef der UN-Verwaltung in Kosovo (UNMIK).
11. Serbisch-kosovarische Gespräche abgebrochen: Wegen der Situation an den Grenzübergängen Jarinje und Brnjak werden die Gespräche zwischen der serbischen und der kosovarischen Regierung ohne Terminsetzung vertagt. Der Verband der serbischen Gemeinden in Kosovo fordert einen endgültigen Abbruch der Verhandlungen, die nur die kosovarische Unabhängigkeit zementierten.
11. Kuwait erkennt Kosovo an: Mit dem Emirat Kuwait steigt die Zahl der Staaten, die die Unabhängigkeit Kosovos anerkannt haben, auf 85, nachdem in letzter Zeit mehrere afrikanische Länder – Nigeria, Gabun und die Elfenbeinküste – Anerkennungen ausgesprochen haben.
11. Albanien : Rumänien 1:1: Albanien bestreitet sein letztes Spiel in der EM-Qualifikation auf eigenem Platz gegen Rumänien mit 1:1. Mit 9 Punkten belegt Albanien den 5. Platz in der Qualifikationsgruppe D vor Luxemburg.
12. Serbien kann EU-Kandidat werden, Albanien nicht: In einem Bericht empfiehlt die EU-Kommission, Serbien den Status eines potentiellen Beitrittskandidaten zu verleihen und mit Montenegro konkrete Beitrittsverhandlungen zu führen. Serbien müsse aber zuvor die Gespräche mit Kosovo wieder aufnehmen. Die Fortschritte Albaniens und anderer Balkanländer auf dem Weg in die EU werden als nicht ausreichend beurteilt.
12. PS boykottiert Stadtratssitzung: Aus Protest gegen angebliche Rechtsverstöße bei der Einladung boykottiert die PS-Fraktion die erste Tagung des neu gewählten Stadtrates von Tirana. Der Stadtrat beschließt mit Mehrheit die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den Premierminister von Kuwait, den Emir von Katar und die US-Schauspielerin Eliza Dushku sowie die Umwandlung des städtischen Fußballklubs KF Tirana in eine Aktiengesellschaft.
13. Agolli 80 Jahre alt: Mit einem Festakt in der Akademie der Wissenschaften wird der Schriftsteller Dritëro Agolli zu seinem 80. Geburtstag geehrt.
13. Grenze Serbien-Kosovo weitgehend dicht: Die KFOR sperrt die „wilden“ Grenzübergänge zwischen Serbien und Kosovo; die offiziellen Grenzposten bei Brnjak und Jarinje werden weiterhin von Serben mit Barrikaden versperrt. KFOR-Chef General Drews droht mit gewaltsamer Räumung, setzt diese Ankündigung aber nicht um. Räumungsversuche am 20.10. werden von den Kosovo-Serben verhindert.
13. Serbische Albaner wollen Unterstützung Tiranas: Ministerpräsident Berisha empfängt eine Delegation der Albaner aus dem serbischen Preshevatal unter Leitung von Galip Beqiri, dem Vorsitzenden des Nationalrats der albanischen Minderheit in Serbien. Die Delegation erwartet mehr Unterstützung im Bereich der Bildung und des Gesundheitswesens.
15. Präsident und Parlamentspräsidentin zanken sich um Sprache: Nachdem Parlamentspräsidentin Jozefina Topalli (PD) Präsident Bamir Topi (ebenfalls PD) und Oppositionsführer Edi Rama (PS) wegen der Zurückverweisung eines umstrittenen Müllimport-Gesetzes als „antieuropäische Zelle“ bezeichnet hat, wirft Topi ihr eine völlig unangemessene Sprache und mangelnde Beherrschung des Albanischen vor. Topalli, die ein stark dialektales gegisches Albanisch spricht, erklärt, sie spreche mit Stolz die schöne Sprache der Dichter Fishta, Migjeni und Gurakuqi, die von Haxhi Qamili (einem ungebildeten mittelalbanischen Bauernrebellen von 1914) nicht verstanden würde. Topi lässt antworten, die genannten gegischen Dichter würden sich bei Topallis Sprache im Grabe umdrehen. In Shkodra melden sich mehrere Institutionen kritisch gegen die Äußerungen des Präsidenten zu Wort.
20. Kuže muss gehen: Der Präsident des Albanischen Fußballverbandes (FSHF), Armand Duka, kündigt an, dass der Vertrag von Nationaltrainer Josip Kuže nicht verlängert wird. Damit wird die Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden in der EM-Qualifikation gezogen.
21. PS-Politiker wechseln zur LSI: Der Vorsitzende des PS-Kreisverbandes Vlora, Kujtim Sulçe, verlässt seine Partei und tritt zur LSI über; er protestiert damit gegen den seiner Ansicht nach autoritären Führungsstil von Parteichef Rama. – Eine Woche tritt auch der Bürgermeister der Landgemeinde Antigone bei Gjirokastra, Ylli Muho, zur LSI über.
27. Sali Shehu Präsident des Rechnungshofs: Präsident Bamir Topi ernennt den PD-Politiker Sali Shehu zum Präsidenten der Obersten Staatskontrolle (Rechnungshof). Shehu steht ihm politisch nahe, daher ist seine Bestätigung durch das Parlament nicht sicher, weil viele PD-Abgeordnete auf der Seite von Ministerpräsident Berisha stehen und einen Kandidaten Topis nicht unterstützen wollen.
28. Volkszählung in Makedonien gefährdet: Acht Tage nach beginn der Volkszählung in Makedonien gefährdet der Gesamtrücktritt der zuständigen staatlichen Kommission das weitere Verfahren. Bisher hat sich nur ca. ein Viertel der Bürger beteiligt, besonders in den albanisch besiedelten Landesteilen wird fast durchgängig boykottiert. – Die Minderheiten, besonders die Albaner, gehen von Manipulationen zu Lasten ihres politischen Einflusses aus.
31. Bezüge und Renten steigen: Im Haushaltsentwurf der albanischen Regierung für 2012 ist eine Steigerung der Bezüge im Öffentlichen Dienst um 7 % für die unteren und 3 % für die mittleren Besoldungsgruppen vorgesehen, für die oberen soll es eine Nullrunde geben. Die Renten sollen um 3 % in der Stadt und 5 % auf dem Land steigen.

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