albanien-dafg.de    Freundschaft mit Albanien hat einen Namen: DAFG                                                                                        
:: Daten, Namen, Fakten
In unserem Archiv können Sie noch die Chronik der letzten Jahre nachlesen. 
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Oktober 2009

1. Wirtschaftswachstum: Der Internationale Währungsfonde geht von einem Wachstum der albanischen Wirtschaft von 0,7 % im Jahr 2009 und von 2,2 % für 2010 aus. Er ging noch zu Jahresbeginn von nur 0,4 % aus.
2. Arzt ermordet: Der Radiologe Fatmir Thaçi wird im Krankenhaus von Durrës erschossen; der Täter wird festgenommen. Die Tat soll angeblich einen privaten Hintergrund haben. Die Sicherheit von Ärzten, die häufig von Angehörigen der Patienten bedroht werden, ist ein allgemeines Problem.
4. Neuer Chef des Energieunternehmens: Nach dem Rücktritt von Gjergj Bojaxhiu ernennt Energieminister Prifti (LSI) Muharrem Stojku Generaldirektor des Energieversorgers KESH. Gegen das Unternehmen werden immer wieder – auch vom Rechnungshof – Vorwürfe der Misswirtschaft erhoben.
5. Noch immer hohe Säuglingssterblichkeit: Nach einer von Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Studie hat sich die Säuglingssterblichkeit in Albanien seit den frühen 90er Jahren fast halbiert, liegt aber mit 18 von 1.000 Lebendgeburten noch immer sehr hoch.
5. Makedonien-Albaner drohen mit Bücherverbrennung: Der Bürgermeister der mehrheitlich von Albanern bewohnten makedonischen Stadt Struga, Ramiz Merko, droht, alle verfügbaren Exemplare der umstrittenen makedonischen Enzyklopädie auf dem Marktplatz verbrennen zu lassen (s. 30.9.). Die makedonische Akademie hat inzwischen eingelenkt und neue Redaktionen für die strittigen Themenbereiche eingesetzt.
6. Großalbanien-Träume?: Bei einem Besuch bei seinem kosovarischen Kollegen Hashim Thaçi hebt Berisha die Einheit der albanischen Nation hervor. Die „brüderlichen“ Beziehungen beider Staaten würden ständig enger. Eine Vereinigung werde es allerdings nur unter dem Dach der EU geben können.
6. SI unterstützt Rama: Das Mittelmeer-Komitee der Sozialistischen Internationale verabschiedet in Barcelona eine Resolution, in der schwere Rechtsverstöße bei der albanischen Parlamentswahl festgestellt und die Wiederherstellung der Demokratie angemahnt wird.
8. Regierung komplettiert: Berisha ernennt sechs stellvertretende Minister (Staatssekretäre) auf Vorschlag der LSI für Integration, Landwirtschaft, Arbeit, Verkehr, Bildung und Wirtschaft. Außenminister Meta (LSI) erhält die Hauptzuständigkeit für Fragen der europäischen Integration, obwohl es dafür ein eigenes Ministerium gibt. – Am 24.10. wird Nikollë Lesi, der Vorsitzende der mit der PD verbündeten, aber nicht im Parlament vertretenen Christdemokratischen Liga, stellvertretender Kulturminister.
9. Belushi albanischer Staatsbürger: Der US-Schauspieler James Belushi erhält von Präsident Topi die albanische Staatsbürgerschaft. Mit seiner albanischen Abstammung hatte er u.a. ein Cameo in der Satire „Wag The Dog“ über einen imaginären Krieg zwischen den USA und Albanien.
10. Zogu soll nach Albanien überführt werden: Die Regierung beschließt, die Leiche des 1961 verstorbenen und bei Paris beerdigten Königs Zogu nach Albanien überführen zu lassen.
11. Führung der LSI umgebildet: Der erweiterte Parteivorstand der LSI besetzt die Leitungsorgane der Partei um und löst zahlreiche Funktionäre ab, die mit der Koalition mit der PD nicht einverstanden waren; Edmond Haxhinasto löst Pëllumb Xhufi als stellvertretenden Vorsitzenden ab.
13. OSZE gegen Boykott der PS: Die Parlamentarische Versammlung der OSZE fasst in Athen einen Beschluss, wonach sie die Parlamentswahlen für frei und fair hält; sie fordert die PS auf, ihren Boykott aufzugeben.
14. Reform der PS - Wahlboykott: Der sozialistische Parteivorstand setzt zwei Kommissionen zur Neufassung des Parteiprogramms und der Satzung ein; die im nächsten Jahr beschlossen werden sollen. In beide Kommissionen werden auch Kritiker das Parteivorsitzenden Edi Rama aufgenommen. – Die PS wird die kommunalen Nachwahlen am 15.11. boykottieren, die wegen der Wahl einiger Bürgermeister ins Parlament angesetzt wurden, und so gegen die angeblichen Wahlfälschungen demonstrieren.
14. 80 % Muslime?: Eine unter Verschluss gehaltene Studie des Statistischen Instituts von 2005 hat ergeben, dass der Anteil der (sunnitischen) Muslime an der albanischen Bevölkerung bei 80 % liegt. Der Rest entfiele demnach auf Orthodoxe, Katholiken und christliche Sekten; die Bektashi seien ohne Bedeutung.
14. Niederlage gegen Schweden: Albanien verliert auch sein letztes Auswärtsspiel in der Fußball-WM-Qualifikation in Schweden mit 1:4. Innerhalb der Gruppe 1 belegt Albanien damit den 5. Platz (vor Malta) mit 7 Punkten und 6:13 Toren. Nationaltrainer Josip Kuze gerät unter Druck; er hatte erst im Mai den Holländer Arie Haan nach gut einem Jahr abgelöst.
17. Diplomatische Beziehungen Makedonien-Kosovo: Kosovo und sein südlicher Nachbar nehmen diplomatische Beziehungen auf; die Außenminister Millososki und Hyseni unterschreiben ein entsprechendes Abkommen.
19. Dhimitër Xhuvani gestorben: Der 1934 in Pogradec geborene Schriftsteller Dhimitër Xhuvani stirbt in Tirana; er wurde als Romanautor und Verfasser von Drehbüchern bekannt, u.a. für den international viel beachteten Film „Mein Freund, der Feind“.
20. Keine Umbettung von Mutter Teresa: Ein Sprecher der katholischen Kirche erteilt der Forderung Berishas nach einer Überführung der in Indien bestatteten albanischstämmigen Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa nach Albanien eine Absage.
25. Tödlicher Smog: Nach einer Untersuchung des Gesundheitsinstituts ist der Smog in Tirana so gefährlich, dass er das Leben der Bewohner um zwei Jahre verkürzt.
26. Hat Berisha Staatseigentum an die Königsfamilie verschenkt?: Nach Recherchen der „Gazeta Shqiptare“ war die Rückgabe des früheren Königspalastes (später „Pionierpalast“) an die Familie des früheren Königs rechtswidrig, weil es sich nicht um Privateigentum gehandelt hatte; das Gebäude wurde in den 20er Jahren mit den Krediten des italienischen Unternehmens SVEA errichtet und war Eigentum des albanischen Staates.

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