albanien-dafg.de    Freundschaft mit Albanien hat einen Namen: DAFG                                                                                        
:: Daten, Namen, Fakten
In unserem Archiv können Sie noch die Chronik der letzten Jahre nachlesen. 
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Mai 2006

2. Untersuchungsausschuss gegen GStA: Mit 76 gegen 44 Stimmen nimmt das Parlament den Antrag der PD an, einen Untersuchungsausschuss gegen Generalstaatsanwalt Teodor Sollaku wegen Amtsmissbrauch und Rechtsbeugung einzusetzen. Die Opposition hält dies für ein politisches Manöver zur politischen Kontrolle über die Justiz.
5. Barroso würdigt Kriminalitätsbekämpfung: Der Präsident der EU-Kommission, Jose Manuel Durao Barroso, würdigt die Erfolge Albaniens bei der Kriminalitätsbekämpfung; bei einer Großaktion der Polizei seien rund 100 organisierte Kriminelle festgenommen worden.
8. Hohe Haftstrafe für Mord bei Fußballspiel: Ein Grieche, der den albanischen Emigranten Gramoz Palushi bei Ausschreitungen auf Zakynthos nach dem Sieg Albaniens beim WM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland getötet hatte, wird von einem Gericht in Patras zu 40 Jahren Haft verurteilt.
9. Briegel hört auf: Hans-Peter Briegel lehnt einen Folgevertrag mit dem Albanischen Fußballbund FSHF als Nationaltrainer ab, weil er damit verknüpfte Erfolgsbedingungen nicht akzeptiert. Er war seit Ende 2002 Nationaltrainer; zwar qualifizierte sich Albanien nicht für die Endrunden internationaler Wettbewerbe, doch gelangen spektakuläre Erfolge wie das 2:1 gegen den neuen Europameister Griechenland in der WM-Qualifikationsrunde. Briegel will künftig die Nationalmannschaft von Bahrain trainieren.
9. China protestiert gegen Aufnahme von Uiguren in Albanien: Das Außenministerium in Beijing protestiert gegen die Entscheidung der albanischen Regierung fünf von insgesamt 15 Uiguren mit chinesischer Staatsangehörigkeit aufzunehmen, die 2002 von den USA als angebliche Terroristen in Afghanistan aufgegriffen wurden und bis jetzt in Guantanamo eingekerkert waren. Wegen der religiösen und ethnischen Verfolgung der Uiguren in China wurden sie nicht in ihr Heimatland abgeschoben. China sagt eine Reihe geplanter gegenseitiger Besuche von Politikern und Wirtschaftspolitikern ab.
10. Anschlag auf Friedhof: Ein Kreuz auf einem alten Friedhof in Kokpapaj (Malësia e Madhe) wird durch einen Sprengstoffanschlag zerstört. Die Polizei ermittelt gegen einen Marokkaner und vermutet einen islamistischen Hintergrund.
10. Drogenbekämpfung soll verschärft werden: Die Regierung beschließt, eine Verschärfung des Betäubungsmittelgesetzes einzubringen; danach sollen Bürgermeistern bis zu sieben Jahren Haft drohen, wenn sie den Cannabis-Anbau in ihren Dörfern nicht unterbinden und nicht anzeigen.
16. Devisenanzeigepflicht bei Einreise: Ab diesem Tag sind Reisende nach Albanien verpflichtet, mitgebrachte Bargeldbeträge ab 1 Million Lekë (ca. 8.200 €) anzumelden, um die Geldwäsche zu unterbinden.
17. Streit um Abitur-Sprache: Der Verband der griechischen Minderheit, die OMONIA, droht mit einem Boykott des Abiturs durch griechische Schule, wenn das Bildungsministerium darauf beharre, dass in allen Prüfungsfächern auf Albanisch geprüft werden müsse.
17. Gazidede wieder da: Der seit Jahren abgetauchte frühere Chef des Geheimdienstes SHIK (heute SHISH) während Berishas erster Herrschaft, Bashkim Gazidede, taucht wieder in der Öffentlichkeit auf; die Regierung ernennt den früheren Mathematiklehrer zum stellvertretenden Leiter des Amtes für Grund- und Bodenregistrierung.
18. Albanien scheitert im ESC-Halbfinale: Luiz Ejlli und sein Song „Zjarr e ftohtë“ scheitern im Halbfinale des Eurovision Song Contest in Athen. Unter den 23 Halbfinalisten werden nur 10 für das Finale am 20.5. nominiert, für das neben den „großen“ und finanziell wichtigen Ländern die zehn erfolgreichsten Teilnahmeländer des Vorjahreswettbewerbs gesetzt sind. Ejlli belegt Platz 14 mit 58 Punkten.
19. Annäherung PS-LSI: LSI-Chef Ilir Meta nimmt am Runden Tisch der Linksparteien teil; im Mittelpunkt steht die Neubesetzung der Zentralen Wahlkommission, aber darüber hinaus eine mögliche Zusammenarbeit gegen die Regierung Berisha und bei der Kommunalwahl im Herbst 2006.
19. Anastas Kondo gestorben: Der 1937 in Vuno bei Himara geborene Erdölingenieur und Schriftsteller Anastas Kondo stirbt. Sein Roman „Zbulimi“ (1972), der den Zusammenbruch der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der DDR und Albanien zum Hintergrund hat, wurde in Tirana 1981 unter dem Titel „Zwischen zwei Feuern“ auf Deutsch herausgegeben. Er war zeitweilig Sekretär des Schriftstellerverbandes und stellvertretender Kulturminister.
21. Montenegrinische Unabhängigkeitsbefürworter siegen im Referendum: Bei einer hohen Wahlbeteiligung von 86,5 % sprechen sich 55,5 % der Montenegriner für die volle staatliche Unabhängigkeit und damit für ein Ausscheiden aus dem Staatenverband Serbien-Montenegro aus. In Ulcinj, dem Zentrum der albanischen Minderheit, stimmten 88,5 % der Wähler für die Unabhängigkeit. Aufgrund der von der EU durchgesetzten Kriterien waren eine Beteiligung von mindestens 50 % und eine Zustimmung von mindestens 55,0 % erforderlich. Die proserbische Opposition zweifelt das Ergebnis an. Der albanische Ministerpräsident Berisha gehört zu den ersten Gratulanten.
21. Parteitag der AAK: Auf dem 4. Parteitag der AAK wird Ramush Haradinaj als Parteichef bestätigt; sein bisheriger Stellvertreter, der frühere Regierungschef Bajram Kosumi, kandidiert erfolglos gegen ihn und wird auch als Stellvertreter abgewählt; seine Funktion übernimmt Generalsekretär Ahmet Isufi. Eine Abspaltung von Kosumis Anhängern wird nicht ausgeschlossen.
21. Vereinigung der Linksparteien?: Die Parteichefs von PS und PSD, Edi Rama und Skënder Gjinushi, sprechen sich öffentlich für eine Neuorganisation der verschiedenen Linksparteien aus und schließen eine Föderation oder Vereinigung der Parteien nicht aus. PDS-Chef Paskal Milo lehnt eine Vereinigung am 3.6.2006  ab.
25. UNMIK-Konvoi angegriffen: Ein Fahrzeugkonvoi der UNMIK, in dem zwei serbische Anwälte beim Haager Tribunal sitzen, die Kriegsverbrechen gegen Serben untersuchen wollen, wird bei Mala Krusha von Albanern mit Steinwürfen angegriffen; bei Auseinandersetzungen mit der Polizei gibt es mehrere Verletzte.
26. Kosovo lehnt Gazprom ab: Der staatliche russische Erdgaskonzern Gazprom wird auf Beschluss der kosovarischen Regierung nicht in den kosovarischen Energiemarkt einsteigen. Hinter dieser Entscheidung wird der Einfluss der USA, aber auch die Furcht vor einem indirekten Einfluss Serbiens gesehen.
29. Skandal um Exhumierungen: Bei dem orthodoxen Priester Ikonom V. Thomollari in Kutal werden 137 exhumierte Skelette gefunden. Es ist zunächst unklar, ob es sich um den illegal aufgelösten Friedhof des Dorfes Kosina oder um griechische Soldaten aus dem II. Weltkrieg handelt.
30. Steinmeier würdigt Albanien: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) empfängt seinen albanischen Kollegen Besnik Mustafaj (PD) in Berlin. Er würdigt besonders den Kampf der Regierung gegen Korruption und Organisierte Kriminalität.
30. Streit um Ehrung für Handke: Der Düsseldorfer Stadtrat hebt eine knappe Entscheidung der Jury auf, die den diesjährigen Heinrich-Heine-Preis an den Schriftsteller Peter Handke vergeben wollte. Handke ist heftig umstritten wegen seines Eintretens für Serbien und seine Solidarisierung mit Milosevic, für den er eine Grabrede gehalten hatte. Der Preis soll in diesem Jahr nicht vergeben werden.
30. Mehrere Priester suspendiert: Erzbischof Anastasios Janullatos enthebt fünf Priester wegen Amtsmissbrauches ihres Amtes. Mehrere hatten Geld für liturgische Handlungen verlangt, einer war in einem Zweitberuf zuständig. Janullatos steht wegen der Affäre um die exhumierten Gebeine von Kosina erneut unter Druck.
30. Lehrergehälter angehoben: Die Bezüge der Lehrer werden um durchschnittlich 20 % angehoben; im Gegenzug entfällt das Weihnachtsgeld.
31. Kosovo-Verhandlungen ohne Fortschritt: Die sechste Runde der Kosovo-Gespräche in Wien bringt keinerlei Fortschritte. Auch in Sachfragen nähern sich die Parteien einander nicht an, da sie nicht ohne eine Klärung des Status gelöst werden können; das betrifft z.B. die Rechtsansprüche auf staatliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

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