albanien-dafg.de    Freundschaft mit Albanien hat einen Namen: DAFG                                                                                        
:: Daten, Namen, Fakten
In unserem Archiv können Sie noch die Chronik der letzten Jahre nachlesen. 
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März 2008

2. Telefonüberwachung: Mit 67 gegen 20 Stimmen verabschiedet das Parlament Änderungen im Gesetz über die Telefonüberwachung von 2003. Die Opposition befürchtet politischen Missbrauch.
2. Sahatçiu ORA-Vorsitzende: Auf einem Sonderparteitag wird Teuta Sahatçiu zur Vorsitzenden der reformistischen Partei ORA gewählt. Nach dem Scheitern der Partei bei den kosovarischen Parlamentswahlen war Veton Surroi vom Voristz zurückgetreten.
3. Serbien kontrolliert Eisenbahn in Nordkosovo: Die staatliche serbische Eisenbahn entzieht der UNMIK die Kontrolle über den Eisenbahnverkehr in Nordkosovo.
3. Antialbanische Aktionen in Serbien: Im nordserbischen Sombor verteilen serbische Nationalisten wiederholt Brot und Gebäck kostenlos an serbische Kunden vor Bäckereien, die von Albanern geführt werden, um deren Geschäft zu schützen. Der Bürgermeister und Menschenrechtsgruppen verurteilen die Kampagne.
4. Schweden und Niederlande erkennen an: Die Königreiche Schweden und Niederlande vollziehen die Anerkennung der Unabhängigkeit Kosovos.
5. Schweres Bootsunglück – 16 Tote: Ein völlig überladenes Boot kentert auf dem Farka-See bei Tirana; nur 3 der 19 Passagiere überleben. Die Regierung ordnet für den 6.3. einen Trauertag an.
5. und 7. Island, Slowenien und Finnland erkennen an: Island und (als erster jugoslawischer Nachfolgestaat) Slowenien erkennen Kosovo am 5. März an; Finnland folgt zwei Tage später.
7./8. Hochschulkooperation: In Durrës vereinbaren die private Universität „Marin Barleti“ Tirana, die Universität Prishtina und die Staatliche Universität Tetovo die Bildung eines gemeinsamen Zentrums für albanische Studien. Eine Konferenz über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Albanien und Kosovo schließt sich an, an der hochrangige Regierungsvertreter beider Staaten teilnehmen.
8. Kostunica tritt zurück: Der serbische Ministerpräsident Kostunica erklärt den Rücktritt der Regierung; er will für den 11. Mai Neuwahlen herbeiführen. Es gebe keine gemeinsame Position in der Koalition zur Haltung gegenüber der EU nach der Anerkennung Kosovos durch zahlreiche Mitgliedsländer.
10. Ramadan Sokoli gestorben: Der am 14.10.1920 in Shkodër geborene Musikwissenschaftler Ramadan Sokoli stirbt. Er hatte in Italien studiert und wurde nach dem Krieg wegen der Mitgliedschaft seiner Brüder im monarchistischen Kampfverband „Legaliteti“ für mehrere Jahre inhaftiert. Er wird als Begründer der albanischen Musikwissenschaft angesehen und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze über die albanische Volksmusik.
11. PSD-Chef für PS-Vorschlag: Der Chef der Sozialdemokraten, Skënder Gjinushi, unterstützt die sozialistischen Vorschläge zum Wahlrecht und nimmt frühere Vorschläge zur Gründung einer „Föderation“ der sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien auf. Die OSZE ruft Koalition und Opposition zu einer konsensualen Lösung auf.
12. Wettbewerb für Kosovo-Hymne: Der kosovarische Parlamentspräsident Jakup Krasniqi schreibt einen Wettbewerb für die künftige Hymne des neuen Staates aus. Zu den Bedingungen gehört, dass sie keiner anderen Hymne ähneln darf; sie kann Text und Musik umfassen oder ein reines Musikstück sein.
12. Koalitionsbruch in Skopje: Der Chef der Demokratischen Partei der Albaner (PDSH), Menduh Thaçi, erklärt, dass seine Partei die Koalition mit der VMRO-DPMNE von Ministerpräsident Gruevski als beendet ansieht. Der Partner lehne die Erfüllung von sechs Kernforderungen ab, zu denen die diplomatische Anerkennung Kosovos sowie eine Besserstellung der albanischen Sprache, eine neue Flagge, eine Anerkennung der früheren UÇK-Kämpfer, die Einstellung der Verfahren gegen Albaner wegen Kriegsverbrechen und mehr Arbeitsplätze für Albaner gehören.
12. Albanien von FIFA suspendiert: Der Weltfußballverband FIFA suspendiert Albanien unbefristet von allen internationalen Aktivitäten; er begründet dies mit der direkten politischen Einflussnahme auf den albanischen Fußball. Für die diesjährige Europameisterschaft hatte sich Albanien nicht qualifiziert. – Ministerpräsident Berisha macht am 14.3. den Präsidenten des nationalen Fußballverbandes, Armand Duka, verantwortlich für die FIFA-Entscheidung.
14. Serben besetzen Kreisgericht in Mitrovica – Polizisten getötet und verletzt: Serbische Demonstranten besetzen gewaltsam das Kreisgericht von Mitrovica. Dabei werden 25 UNMIK-Polizisten verletzt und müssen sich zunächst zurückziehen. Ein Polizist stirbt am 18.3. Erst am 17.3. räumt die Polizei das Gerichtsgebäude.
15. Explosion mit vielen Opfern: In Gërdec, einem kleinen Dorf bei Vora im Kreis Tirana, ereignen sich in einer Demontageeinrichtung für Waffen und Munition zwei Explosionen mit zahlreichen Toten und Verletzten. Auch Autos auf der nahegelegenen Schnellstraße werden in Mitleidenschaft gezogen. Das Geräusch ist bis nach Skopje zu hören. Die Umgebung der Fabrik wird evakuiert. Hilfsaktionen im gesamten albanischen Raum laufen an.
17. Verteidigungsminister Mediu tritt zurück: Verteidigungsminister Fatmir Mediu (PR) tritt wegen der Katastrophe in Gërdec zurück. In der Öffentlichkeit ist eine heftige Debatte um die Ursachen entbrannt. Zum Teil wird in den riesigen Waffenbeständen ein Erbe der Überrüstungspolitik des kommunistischen Systems gesehen; andererseits wird der Regierung Verantwortungslosigkeit hinsichtlich der Lage in der Nähe von Siedlungen und des Sicherheitsstandards der Demontagefabrik vorgehalten. Angeblich wurden dort sogar Minderjährige eingesetzt.
17. Serbischer Aufstand in Nordkosovo: Nachdem KFOR und UNMIK-Polizei ein von serbischen Demonstranten besetztes Gerichtsgebäude in Nord-Mitrovica geräumt haben, werden sie von den Serben mit Waffengewalt angegriffen. Ein ukrainischer Polizist wird getötet; es gibt über 100 Verletzte auf beiden Seiten und zahlreiche Festnahmen. Die UN-Einheiten ziehen sich schließlich zurück.
18. Rama fordert Rücktritt der Regierung: Oppositionsführer Edi Rama macht Ministerpräsident Berisha für die Katastrophe von Gërdec verantwortlich und fordert den Rücktritt der Regierung sowie die Aufhebung der Immunität Berishas und Medius.
18. Anerkennungserklärungen für Kosovo: Japan und Kanada erklären offiziell die diplomatische Anerkennung der Republik Kosovo; am folgenden Tag folgen Ungarn, Kroatien und Monaco.
19. Korruptionsvorwürfe an Berisha: Der Chefredakteur der Tageszeitung „Shekulli“, Adrian Thano, richtet in seiner Zeitung einen ungewöhnlich scharfen Offenen Brief an Berisha. Er wirft dem Regierungschef und dem zurückgetretenen Verteidigungsminister Mediu eine direkte Mitverantwortung für die Explosion von Gërdec, bei der bisher 18 Menschen starben, durch Korruption und Vetternwirtschaft vor.
28. Oketa neuer Verteidigungsminister: Gazmend Oketa wird zum neuen Verteidigungsminister ernannt. Der 1968 in Durrës geborene PD-Politiker, der seit März 2007 stellvertretender Ministerpräsident war, löst den wegen der Katastrophe in Gërdec zurückgetretenen Republikaner Mediu ab.
30. Hoxha-Witwe für NATO: In einem Interview mit „Financial Times“ erklärt die 88jährige Nexhmije Hoxha, sie hoffe, dass Albanien beim bevorstehenden NATO-Gipfel zum Beitritt aufgefordert werde; kleine Länder wie Albanien bräuchten starke Partner.
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