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:: Daten, Namen, Fakten
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In unserem Archiv können Sie noch die Chronik der letzten Jahre nachlesen.
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Januar 2006
7. Protest gegen Abriss: Die Sozialistische Partei und Bürgermeister Edi Rama organisieren eine Protestkundgebung gegen den Abriss der Unterführung im Stadtteil Zogu i Zi. Sie werfen der Regierung Machtmissbrauch vor; Ministerpräsident Berisha erklärt, die Kundgebung diene der Verschleierung mafiöser Machenschaften.
9. Konflikt im Städteverband: 28 Bürgermeister, die von den rechten Parteien gestellt werden, erklären, sie würden Edi Rama nicht mehr als Vorsitzenden des Städteverbandes anerkennen, da diese Position mit der des sozialistischen Parteichefs unvereinbar sei.
11. Bischof von Kosovo gestorben: Mark Sopi, der seit 1995 amtierende Bischof der Katholiken von Kosovo stirbt in Prishtina. Der 1938 in Binça geborene Sopi hatte 1991-95 als Priester in Durrës gearbeitet. Er hatte sich nachhaltig für die Unabhängigkeit von Kosovo ausgesprochen.
17./18. EU-Vertreter kritisiert Raumordnungsbehörde: Giovanni di Stasi, der Leiter des EU-Kongresses der Lokalverwaltungen, kritisiert in Gesprächen mit Präsident, Regierung und Presse die Position der Raumordnungsbehörde KRRTRSH; sie greife in die kommunale Selbstverwaltung ein. Ohne sich auf die umstrittene Unterführung in Zogu i Zi zu beziehen, unterstützt er damit die Position Edi Ramas gegenüber der Regierung. Wenige Tage später kritisiert Verkehrsminister Basha den Kongress; di Stasi äußert sich verwundert über einen neuen Regierungsentwurf zur Stärkung der Zentralgewalt.
17. Kommission zum Wahlrecht: Nach wochenlangen Gesprächen verständigen sich die beiden großen Parteien über die Einsetzung einer parlamentarischen Kommission zur Überarbeitung des Wahlrechtes; PS und PD sollen je drei Mitglieder, die kleinen Parteien je eines von insgesamt 16 stellen; es soll zwei gleichberechtigte Vorsitzende geben.
19. Slowakisches KFOR-Kontingent verunglückt: Ein slowakisches Militärflugzeug mit 43 Insassen stürzt beim Flug von Prishtina nach Kosice über ungarischem gebiet ab; es gibt nur einen Überlebenden. 28 Insassen sind KFOR-Soldaten; das slowakische Kontingent umfasst ca. 100 Soldaten.
21. Ibrahim Rugova gestorben: Der Präsident von Kosova, Ibrahim Rugova, stirbt in Prishtina. Der 1944 geborene Literaturwissenschaftler hatte im Herbst 2005 mitgeteilt, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei. Rugova war in den 80er Jahren Vorsitzender des Schriftstellerverbandes, später der von ihm begründeten LDK geworden; er wurde 1990 nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung zum Präsidenten proklamiert und behielt dieses Amt auch unter der UN-Verwaltung. Kosovo ruft eine 15tägige Trauerzeit aus; bis zur Beisetzung am 27.1. bleiben die Schulen und Hochschulen geschlossen. Albanien verkündet eine dreitägige Trauer; das Parlament tritt zu einer Sondersitzung zusammen.
23. Nationalrat für südserbische Albaner: Die albanischen Parteien im Presheva-Tal verabreden die Bildung eines Nationalrates zur besseren Vertretung ihrer Interessen.
26. Rugova feierlich beigesetzt: Mit einer großen nationalen, nicht religiösen Zeremonie, an der zehntausende Albaner sowie hochrangige Auslandsdelegationen teilnehmen, wird Ibrahim Rugova auf dem Heldenfriedhof von Prishtina beigesetzt. Die deutsche Delegation wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier geleitet. Aus Albanien nehmen u.a. Präsident Moisiu, Ministerpräsident Berisha und Parlamentspräsidentin Topalli teil. Der serbische Präsident Tadic wollte teilnehmen, verzichtete aber wegen des Einspruches der Familie Rugova. Es hatte Widerstände des Veteranenverbandes der UÇK gegeben, die eine Beisetzung auf dem Heldenfriedhof wegen Rugovas zeitweiliger Gegnerschaft zur UÇK ablehnten.
27. Balkankonferenz über Eisenbahnnetz: Die Verkehrsminister Albaniens, Bosniens, Bulgariens, Griechenlands, Kroatiens, Makedoniens, Moldawiens, Rumäniens, Serbien-Montenegros und der Türkei vereinbaren in Athen die Modernisierung des Eisenbahnnetzes; bis 2013 sollen Geschwindigkeiten bis 130 km/h, bis 2020 sogar 220 km/h erreicht werden. Die Finanzierung bleibt unklar.
28. Runder Tisch der kleinen Parteien: Die kleinen Parlamentsparteien versuchen, ihre Positionen zur Wahlrechtsreform abzustimmen. Bei einem Runden Tisch, bei dem die Republikaner fehlen, wird die Forderung erhoben, die 20köpfige Parlamentskommission mit je fünf Vertretern der beiden großen und je einem der zehn kleinen zu besetzen. Statt eines Einzelvetos soll es eine Sperrminorität von fünf geben. Die Parteienzuschüsse sollen zu 70 % nach den Wahlkreisergebnissen, zu 20 % nach den Listenstimmen und zu 10 % nach Fraktionen verteilt werden.
28. Kadare 70 Jahre alt: Ismail Kadare feiert seinen 70. Geburtstag; zu den Gratulanten gehört Präsident Moisiu.
30. Sejdiu als Präsident nominiert: Die LDK nominiert ihren Generalsekretär Fatmir Sejdiu für die Nachfolge Rugovas. Der Jurist wurde am 23.10.1951 bei Podujevo geboren.
30. Berisha hält Nanos Rede: Bei einem Treffen mit internationalen Unterstützern hält Ministerpräsident Berisha eine Rede zur Energieversorgung, die über weite Strecken wortgleich mit einer Rede seines Vorgängers Nano aus dem Jahr 2003 ist. Der Vorfall löst viel Spott aus; die Bürgerbewegung MJAFT! verkauft am 2.2. öffentlich alte Redemanuskripte. |
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