|
|
|
:: Daten, Namen, Fakten
|
|
|
|
In unserem Archiv können Sie noch die Chronik der letzten Jahre nachlesen.
Wählen Sie dazu bitte den Monat aus, der Sie interessiert. |
 |
|
|
Dezember 2005
1. Kadare gegen Kasino: Ismail Kadare wendet sich in der Presse gegen Pläne der Regierung, eine Spielbank im Zentrum von Tirana zu genehmigen; dieser Plan sei nicht geeignet, die moralische Krise Albaniens zu bekämpfen. Kadare unterstützt den Protest der Bewegung „Mjaft!“, deren Ehrenvorsitzender er ist.
5. LSI-PDS-Fraktion stimmt für Regierungsvorlage: Die gemeinsame Fraktion von LSI und PDS stimmt für einen Regierungsantrag zur Änderung des Gesetzes über den Obersten Justizrat. PS-Fraktionschef Majko droht der LSI mit dem Ende jeglicher Zusammenarbeit.
5. Umstrittener Dekan abgelöst: Prof. Gjovalin Gruda wird nach einem deutlichen Misstrauensvotum des Fakultätsrates der Historisch-Philologischen Fakultät der Universität Tirana vom Rektorat wegen Verstößen gegen seine Dienstpflichten seines Amtes enthoben; ihm wurde vorgeworfen, korrupte Hochschullehrer gedeckt zu haben. Bildungsminister Pollo billigt die Entscheidung. Gruda hatte in der Vergangenheit eine scharfe Auseinandersetzung gegen Prof. Dhimitër Doka um die Minderheitenzahlen im Demographie-Atlas geführt.
5. Jung in Kosovo: Der neue Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) besucht die deutschen KFOR-Truppen. Er spricht sich für eine Fortdauer des deutschen Engagements auf und appelliert an Albaner und Serben, aufeinander zuzugehen.
5. Milo Dor gestorben: Der 1923 in Budapest geborene Schriftsteller Milo Dor stirbt in Wien. Der Autor serbischer Abstammung hatte sich u.a. mit dem zerfallenen Jugoslawien auseinandergesetzt und Position gegen Peter Handkes Idealisierungsversuche bezogen („Leb wohl, Jugoslawien“, 1993) und einen biographischen Roman über Stepan Zannovich, einen falschen Skanderbeg-Nachkommen des 18. Jahrhunderts, geschrieben („Alle meine Brüder“, 1978).
6. Solana deutet Unabhängigkeit an: EU-Chefaußenpolitiker Javier Solana erklärt in Prishtina, in Europa gebe es Platz für einen neuen Staat.
8. Zeneli Ehrenbürger von Athen: Die Oberbürgermeisterin von Athen, Dora Bakojanni, verleiht dem scheidenden albanischen Botschafter Bashkim Zeneli die Ehrenbürgerschaft der Stadt in Anerkennung seiner Verdienste um die Integration albanischer Migranten. Zeneli, der demnächst durch Vili Minarolli abgelöst wird, war zuvor Botschafter in Berlin.
9./10. Konferenz über Skanderbeg: Die Akademie der Wissenschaften organisiert in Tirana eine wissenschaftliche Tagung zum 600. Geburtstag Skanderbegs. Zuvor hatten bereits ähnliche Konferenzen in Prishtina, Skopje u.a. stattgefunden. Präsident Moisiu empfängt die in- und ausländischen Referenten. Kein Vertreter der Regierung hält ein sonst übliches Grußwort.
11. 15. Jahrestag der PD: Die PD feiert in Tirana ihren 15. Gründungstag. Parteichef Berisha richtet scharfe Angriffe gegen die Linksparteien; den Aufstand von 1997 bezeichnet er als kommunistische Revolte, die Linksparteien als „Schwarzhemden“ (= italienische Faschisten).
14. Dreijähriges Verbot von Motorbooten: Die Regierung verbietet die Benutzung von Motorbooten in den albanischen Hoheitsgewässern für drei Jahre. Damit soll der Schleusung von Flüchtlingen, insbesondere aber dem Menschenhandel und Drogenschmuggel mit Schnellbooten ein Riegel vorgeschoben werden.
18. Sprengstoffanschlag auf „Shekulli“: Auf das Redaktionsgebäude einer der größten Tageszeitungen, „Shekulli“, wird in den Abendstunden ein Sprengstoffanschlag verübt, bei dem es erheblichen Sachschaden, aber keine Verletzten gibt.
21.-23. Berisha im Irak: Ministerpräsident Berisha, Verteidigungsminister Fatmir Mediu und der neue Generalstabschef Pëllumb Qazimi reisen in den Irak. Sie besuchen das albanische Kontingent bei den internationalen Besatzungstruppen und führen Gespräche mit der irakischen Regierung.
29. Unterführung soll abgerissen werden: Der seit Monaten eskalierende Streit zwischen der Regierung und der Stadtverwaltung von Tirana wegen einer Straßenunterführung, die derzeit im westlichen Stadtteil „Zogu i Zi“ gebaut wird, erreicht mit dem Beschluss der staatlichen Raumordnungsbehörde zum Abriss des Baus einen neuen Höhepunkt. Bürgermeister Rama spricht von einem unzulässigen Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung und will den Streit gerichtlich klären lassen.
|
|
|