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Albanien Europas letztes Geheimnis
Ein Film von Ute Werner
Der im Jahr 2008 gedrehte Film wird in folgenden Sendungen ausgestrahlt:
26.01.2010 - 15.15 Uhr
- rbb Brandenburg: Traumreisen
Pressetext zu der Erstausstrahlung
im Oktober 2008
Ein neues Reiseland ist zu entdecken. Es liegt vor unserer Haustür, dennoch kennen wir, außer ein paar Vorurteilen, meist nichts von ihm: Albanien, Heimat der Skipetaren, Europas letztes Geheimnis. Es ist von großer landschaftlicher Vielfalt mit alpinem Gebirge im Norden und einer langen Mittelmeerküste im Westen.
Die Menschen sind von einer überraschenden Herzlichkeit und Offenheit. Sie blicken auf eine lange Geschichte zurück und sind stolz auf die Zeugnisse ihrer alten Kultur. Vor allem aber beschäftigt sie die Gegenwart.
Seit dem Ende der kommunistischen Ära, die von der Diktatur Enver Hodschas geprägt war, hat sich ihr Leben radikal verändert. Ihr Bestreben ist es, ihr Land bei allen Schwierigkeiten nach Europa zu führen.
AlbanienEuropas letztes Geheimnis
Eindrücke bei den Dreharbeiten
„Du schreckst aber auch vor nichts zurück!“ So die amüsierte Bemerkung eines Kollegen auf dem Flur. Andere gar zeigten sich besorgt um meine Sicherheit. Doch ist die Neugierde erst geweckt… Kameramann Klaus Hennrich und Tonmann Daniel Frey waren ebenso gespannt auf das Land es liegt vor unserer Haustür, doch kaum jemand kennt es.
Ein paar Vorurteile sind trotzdem mit gereist und zerplatzten schon auf dem Flughafen in Tirana wie Seifenblasen. Wir hatten sofort das Gefühl, willkommen zu sein, und das hat sich in den 2 Wochen unserer Reise nicht geändert. Die Menschen kamen uns freundlich entgegen, oft wurden wir auf Deutsch von Albanern angesprochen, die eine Zeit lang bei uns gelebt und gearbeitet haben und die nun, nach Hause zurück- gekehrt, ihr Geld investierten. Die eine hat ein Fitness-Studio für Frauen er- öffnet, der andere ein Geschäft mit Farben nur aus Deutschland. („Ich habe sogar die deutsche Botschaft gestrichen!“) Eine 17jährige Schülerin fährt bald wieder nach Österreich: „Ich habe mich gewundert, dass dort niemand etwas über Albanien gewusst hat, und ich freue mich, dass Sie jetzt hier sind und sich für mein Land interessieren.“
Sie hat nicht mehr die bedrückende Zeit des kommunistischen Diktators Enver Hodscha erlebt, die ständige Angst vor Denunziation, Gefängnis oder Arbeitslager. Und die Mangel- wirtschaft. Was hat sich in den knapp 20 Jahren seit Beginn der Wende nicht alles getan! Voller Überraschungen gleich der erste Drehtag in Tirana: Die Stadt ist lebendig wie jede andere europäische Metropole, die Straßen sind verstopft (Lieblingsautomarke: Mercedes…), zu kaufen gibt es alles, an jeder Ecke Restaurants und Cafés. Das frühere Bonzenviertel ist heute Szenetreff und Flaniermeile. Das ist nicht nur in Tirana so, sondern überall im Land: Abends werden die Stadtzentren für Autos gesperrt, und dann beginnt der große Corso, ist das gesamte Land auf den Beinen.
Albanien hat im Norden alpines Gebirge, eine über 300 km lange Mittel- meerküste, antike Stätten, mittelalter- liche Burgen und Städte, alte Kirchen und Moscheen ein vielseitiges (und auch sicheres) Reiseland. An manchen Orten ist es noch rückständig, dann wieder trifft man auf rücksichts- losen Bauboom. Eine Reise zwischen den Zeiten, ein Land voller Wider- sprüche, deren Bewohner Demokratie erst lernen müssen und die nach den Jahren der Isolation sehr offen und wissbegierig sind. Was sagte mir neulich Kameramann Klaus? „Das war mein schönster Dreh in diesem Jahr.“
Ute Werner , Saarbrücken
Fotos: Ute Werner
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