Die Albanischen Hefte 1974

1974 – Um Treue bemüht

Das Albanische Heft 1/1974 beginnt mit einer Vorbemerkung, wonach der Vorstand dem Verein und auch „der Redaktion der albanischen Hefte klare Richtlinien vorgeben“ solle. „Wenn wir Freunde für Albanien gewinnen wollen, so müssen wir bei dieser Arbeit einheitlich vorgehen.“ So wird etwa bei der Vorbereitung der Reise nach Albanien festgestellt: „Uns kann es nicht darum gehen, möglichst viele Menschen ‚irgendwie‘ nach Albanien zu schicken, sondern wir wollen alle Reiseteilnehmer auf Ihre Reise vorbereiten, indem wir sie mit den Grundlagen und den wichtigsten Fragen des sozialistischen Aufbaus in Albanien vertraut machen.“ Demnach sieht es die GFA als ihre Aufgabe an, den albanischen Sozialismus zu propagieren.

Dementsprechend widmet sich das Heft 1/1974 der „Arbeiterklassenkontrolle“, „einem Mittel zur Beteiligung des Volkes an der Staatsmacht“. Dabei wird von den „Blitzbriefen“ (flete rrufe) berichtet, einem „Kontrollinstrument“, das aus der chinesischen Kulturrevolution übernommen worden ist. Darüber heißt es: „Hier kann jeder seine Meinung frei äußern!“ Ferner kommt ein ausgefeiltes System von „Kritik und Selbstkritik“ zur Anwendung, wodurch vor allem der „Kampf gegen den Bürokratismus“ vertieft werden soll.

Außerdem wird über die vorzeitige Beendigung des Baus der Bahnlinie Durrës-Prrenjas berichtet, wozu die GFA ein Glückwunschtelegramm schickt.

Im „Revierpark Nienhausen“ bei Essen/Gelsenkirchen fand einer Albanien Woche mit Referaten Dia-Vorträgen und Filmen statt.
In einer Protesterklärung vom Januar 1974 protestiert der Vorstand erneut gegen „Diffamierungen und antikommunistische Hetze“ über Albanien.

In Heft 2/1974 wird zu Beginn dagegen protestiert, dass der Vorsitzenden der GFA, Inge Junck und der stellvertretenden Vorsitzenden Dagmar Rosskopf mangelnde Verfassungstreue unterstellt wird, und beide Lehrerinnen dadurch Schwierigkeiten in ihrer Beamtenlaufbahn bekommen haben.

Das Heft steht unter dem Thema: „Landwirtschaft im Sozialismus“. Die Entwicklung der Landwirtschaft wird unter dem Gesichtspunkt der neuen sozialistischen Gesellschaftsordnung dargestellt. Um nach der Privatisierung des Grundbesitzes im Jahre 1945 die angebliche „Freiwilligkeit“ der darauf folgenden Kollektivierung zu beweisen, wird auf die stalinschen Geschichte der KPdSU Bezug genommen (S. 6). Weiter wird auf die Patronage zwischen Industrieunternehmen an landwirtschaftlichen Kooperativen eingegangen, die Politik zur Entwicklung der Dörfer bis zur Angleichung mit den Städten erläutert, über die Elektrifizierung und medizinische Versorgung der Dörfer, sowie die Förderung der Landwirtschaft in den Berggebietenberichtet.

Dazu kommt die Trockenlegung der Sümpfe und das weitreichende Bewässerungssystem – das alles zusammen mit stark steigenden Ernteerträgen vermittelt den Eindruck der planmäßigen und problemlosen Entwicklung der albanischen Landwirtschaft. Dass diese unbezweifelbaren Erfolge mit Zwang, niedrigen Löhnen und Armut auf dem Land verbunden waren, wird natürlich nicht problematisiert. „Vorrang der Industrie“ bedeutete die laufende Schwächung der Landwirtschaft, weil die Investitionsmittel für die Industrie aus den landwirtschaftlichen Erträgen gewonnen wurden. Ein langer Artikel widmet sich der „Volksarmee von Albanien“, die ihren 31. Gründungstag begangen hat.

Außerdem wird die Rede der albanischen Delegation auf dem 39. Kongress der FIFA in Frankfurt abgedruckt, in der die Aufnahme der Volksrepublik China anstelle der Republik China in Taiwan in die FIFA verlangt wird.

Vor mehr als 250 Besuchern wurde im Mai 1974 der albanische Farbfilm „Touristisches Albanien“ auf einer GFA-Veranstaltung in München vorgeführt.

Das Albanische Heft 3-4/1974 widmet sich ausführlich dem 30. Jahrestag der Gründung des sozialistischen albanischen Staates. Die Geschichte Albaniens wird aus Sicht der Partei der Arbeit Albaniens als „jahrhundertelanger Freiheitskampf“ resümiert, und anschließend wird die politische Linie des sozialistischen Staates ausführlich erläutert. Dies wird ergänzt durch eine Glückwunschadresse des Vorstandes der GFA und Reiseberichte aus dem Jahr 1974.

Die Rubrik: „Dokumente der Außenpolitik Albaniens“ enthält diesmal die Grußadresse der Genossen Enver Hoxha, Haxi Leshi und Mehmet Shehu an Mao Tse-Tung zum 25. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China. Darin heißt es unter anderem: „Unsere beiden Völker, Brüder in derselben Idee, sind unerschütterlich fest verbunden in ihrem Wollen und auch in ihren Nöten. …. Erfasst von diesem Gefühl der glühenden Freundschaft und der unverbrüchlich revolutionären Einheit, der tiefsten Liebe und der Achtung für das heroische chinesische Volk, seine ruhmreichen Kommunistischen Partei und dem großen Marxisten-Leninisten in unserer Zeit, dem Vorsitzenden Mao Tse-Tung, wünschen wir von ganzem Herzen, dass die VR-China neue und noch gewaltigere glänzende Siege erringen wird.“ Das Heft schließt mit Berichten aus den Sektionen und Ortsgruppen der GFA.

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