Die Albanischen Hefte 1973

Die GFA wächst

Das albanische Heft Nummer 1/1973 beginnt mit der Feststellung, dass die Arbeit der „Gesellschaft der Freunde Albaniens“ nun über München hinaus auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt werden soll. Nach Gründung einer ersten Zweiggesellschaft in Berlin gebe es auch Anfragen aus Tübingen, Reutlingen, Ulm, Bielefeld, Detmold, u. a. Die GFA plant für 1973 zwei Flug- und eine Busreise nach Albanien.

Das Heft widmet sich dem Thema: „Erziehung im Sozialismus“. Das Erziehungssystem mit seinen drei Elementen: Schule/Universität, Produktion, Militärdienst wird erläutert. Die Schule werde laufend revolutioniert, das Bildungssystem stehe unter der „Kontrolle der Arbeiterklasse“. Gemäß der Selbstdarstellung Albaniens wird die Erziehung in der Familie, auf dem Land, bei Aktionen usw. dargestellt.

Im Bereich „aus Kunst und Kultur“ geht das Heft auf Migjeni als „Wegbereiter Literatur des sozialistischen Realismus“ ein. Es folgt die Übersetzung einer Kurzgeschichte.

Es wird darauf verwiesen, dass die Zeitschrift „Neues Albanien“ seit Nummer 5/1972 erstmals auf Deutsch erscheint.

Laut Heft 2/1973 hat der Verein in diesem Jahr 5 Reisen mit fast 200 Teilnehmern nach Albanien organisiert. Auf einer Mitgliederversammlung im Mai 1973 hat die GFA eine „programmatische Erklärung“ beschlossen, in der die Sonderstellung Albaniens hervorgehoben wird, und der Charakter und die Aufgaben der Gesellschaft festgelegt werden. Der Verein gliedert sich nun nach Sektionen (Bayern, Westberlin, Ruhrgebiet).

Unter der Überschrift: „der Mensch ist unser teuerstes Kapital“ wird das „Gesundheits- und Sozialsystem im Sozialismus“ in Heft 2/1973 dargestellt. Dabei werden die Erfolge in der medizinischen Behandlung der Menschen hervorgehoben, und das Rentensystem in Albanien erläutert.

Außerdem enthält das Heft einen Bericht über den siebten Kongress des albanischen Frauenverbandes.

Das Heft 3-4/1973 steht ganz unter den Berichten der Albanien Reisen. Zunächst berichtet der Vorstand der GFA von einer Reise, zu der er von dem albanischen „Komitee für kulturelle und freundschaftliche Beziehungen mit dem Ausland“ eingeladen worden ist. Dort wird unter anderem festgestellt: „Wuchergewinner und Schwarzmarktpreise gibt es nicht. Zwar ist die Versorgung für unsere Verhältnisse sehr einfach, aber es gibt keine Hungernden, keine Elendsviertel. Werbung, Mode und des besseren Absatzes willen gibt es nicht.“ Berichtet wird ferner von einem Besuch im Textilkombinat „Mao Tse Tung“ in Berat, der Mittelschule „Qemal Stafa“ in Tirana, eine LPG (landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft) .in Proger bei Korça und in der Bergkooperative von Vrithi. Alles wird dabei den schönsten Farben positiv geschildert. Ebenso wird von einer „Kampagne gegen Liberalismus“ berichtet.

Die GFA veröffentlicht eine Protestresolution gegen die Berichterstattung der westdeutschen Medien über Albanien, „Der Spiegel“ Nummer 49/73, (Experiment Unruhe) und „Quick“ (das Mädchen aus China). „Aus der albanischen Presse“ wird ein Artikel über „Albanien Stellungnahme zu Reparationszahlungen“ wiedergegeben.

Angesichts dieser bedingungslosen Unterstützung der Politik des sozialistischen Albaniens wundert die Aussage nicht: Misto Treska, der Präsident des „Komitees für kulturelle und freundschaftliche Beziehung mit dem Ausland“… „lobte unsere Arbeit und unterstrich ihre Bedeutung für die Völkerfreundschaft und für den proletarischen Internationalismus (Heft 3-4/1973, S.9).“

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