Die albanische Wirtschaft

Albanien ist geprägt von der schwierigen Transformation von einer sozialistischen Planwirtschaft in eine moderne, neoliberale Marktwirtschaft. Nach schweren Krisen in den 90er Jahren können allmählich Erfolge verzeichnet werden: Die Wirtschaft wurde liberalisiert und das bei einer stabilen Inflationsrate, einer sinkenden Arbeitslosenrate und steigendem Bruttoinlandsprodukt. Der Tourismussektor verzeichnete steigende Einnahmen und es wird stetig in die Infrastruktur investiert.

Struktur des Bruttoinlandsprodukts
Sektor                                      Landwirtschaft
Anteil am BIP                         21,4 %
Anteil der Erwerbstätigen    58 %

Sektor                                      Industrie
Anteil am BIP                         19,4 %
Anteil der Erwerbstätigen    15 %

Sektor                                      Dienstleistungen
Anteil am BIP                         59,2 %
Anteil der Erwerbstätigen    27 %

Doch es gibt weiterhin gravierende strukturelle Probleme. So ist die Arbeitslosenquote mit 16,9 % im Jahr 2014 immer noch sehr hoch, trotz der Tatsache, dass sämtliche Bauern und landwirtschaftlich Tätigen offiziell als erwerbstätig gelten. Überdies geben die offiziellen Zahlen nicht annähernd den hohen Grad der Unterbeschäftigung auf dem albanischen Arbeitsmarkt wieder. Das durchschnittliche Monatsgehalt wurde für das Jahr 2006 mit 28.322 ALL (Albanische Lek), also ca. 200 Euro, angegeben.

Außerdem ist die Infrastruktur in ländlichen Gebieten noch immer sehr schlecht. Die Wasserversorgung ist dort oft auf wenige Stunden pro Tag beschränkt und auch Stromausfälle kommen regelmäßig vor. Wegen dieser wirtschaftlichen Probleme auf dem Land haben viele ihre Dörfer verlassen und sind entweder in die Stadt umgezogen oder ausgewandert.

Das Land weist ein Handelsdefizit auf. So wurden 2011 Waren im Wert von 1,954 Mrd. US-Dollar exportiert (2011 hauptsächlich an Italien (48,8 %), die Volksrepublik China (8,4 %), Türkei (6,7 %), Griechenland (5,6 %), Spanien (5,4 %) und Indien (4,9 %)). Und Waren im Wert von 5,076 Mrd. US-Dollar (2011 aus Italien (34,8 %), Griechenland (12,9 %), China (6,2 %), der Türkei (6,0 %) und Deutschland (4,6 %) importiert. Das ergab ein Defizit von 24,3 % des BIP).

Exportiert werden verarbeitete Nahrungsmittel, Chrom, Textilien, Rohöl, Asphalt und Baumwolle. Die importierten Waren sind vor allem Nahrungsmittel, Maschinen, Chemikalien, Textilien und andere Verbrauchsgüter.

In den letzten Jahren wurde viel in die Infrastruktur investiert, besonders die großen Wasserkraftwerke am Drin und Mat wurden mit schweizer und österreichischer Hilfe erneuert, die Stromnetze wurden saniert und ausgebaut und neue Staudämme gebaut, so am Devoll im Süden Albaniens.
Das Land verfügt über zahlreiche Rohstoffe, besonders Metalle, Baustoffe und auch über kaum erschlossene Gas- und Erdölvorkommen.

Die Landwirtschaft ist traditionell eines der wichtigsten Sektoren Albaniens. Fast 7000 km², rund ein Viertel des Landes, sind landwirtschaftlich nutzbar. Es dominiert die Viehhaltung. Beim Ackerbau wird rund die Hälfte der Produkte als Viehfutter verwendet. Abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung ist die Produktivität in der Landwirtschaft nach wie vor gering. Haupthindernisse sind der Mangel an Kapital, veraltete Bewässerungssysteme und Produktionsmethoden und der fehlende Zugang zu Märkten. Zudem sind die Anbauflächen stark zerstückelt, so liegt die durchschnittliche Größe der Betriebe bei knapp über einem Hektar. Auch ungeklärte Eigentumsverhältnisse stellen strukturelle Probleme dar: Trotz der Privatisierung des Bodens (Dekollektivierungsgesetze von 1991). Das Handelsdefizit ist bei den landwirtschaftlichen Gütern am höchsten, auch wenn Albanien bereits ein bedeutender Exporteur von Gewürzen und Kräutern geworden ist.

Albanien ist, bezogen auf seine Größe, eines der artenreichsten Länder Europas und besitzt auch vielfältige kulturelle Traditionen und bietet daher viele touristische Möglichkeiten.

Die Zahl der Touristen steigt seit Jahren; drei Viertel der Touristen sind emigrierte Albaner. 11 % der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiteten 2005 im Tourismus, das sind rund 165.000 Personen.

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Für weitere Informationen und Wirtschaftskontakte ist die Deutsch-Albanische-Wirtschaftsgesellschaft (DAW) zu empfehlen.