Daten, Namen, Nachrichten

Hier sammeln wir die wichtigsten Nachrichten aus Albanien, Kosovo und weitere Länder in denen es albanische Minderheiten oder eine albanische Diaspora gibt. In unserem Archiv können Sie die Chronik der letzten Jahren nachlesen. Wählen Sie dazu einfach das entsprechende Jahr und Monat aus. Die gesamte Albanienchronik seit 1990 ist auch als Buch erhältlich.

 

März 2018

1. Juncker nennt keine Fristen für EU-Beitritt: Nach seiner Reise durch die Westbalkan-Länder betont Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, dass er keine Fristen nennen könne; entscheidend sei, dass die beitrittswilligen Länder die erforderlichen Kriterien erfüllten. In Serbien und Makedonien sei das verstanden worden, in Albanien offenbar nicht.


2. UN unterstützt Diaspora-Netzwerk: Die IOM, die UN-Organisation für Migration, stellt ein Programm vor, mit dessen Hilfe die albanische Regierung sich besser mit den im Ausland lebenden Albanern, besonders in Italien vernetzen soll, um deren Kapazitäten auch für das Mutterland nutzbar zu machen.


5. Neue Abspaltung der PD?: Der frühere Fraktionsvorsitzende der PD, Astrit Patozi, schließt gegenüber den Medien eine Neugründung aus der PD heraus nicht aus. Parteichef Lulzim Basha kündigt für den 28./29. April einen Parteitag mit einer umfassenden Parteireform an, warnt aber vor einer Selbstzerfleischung. – Während der nächsten Tage kritisiert eine Reihe von Parteiveteranen wie Genc Ruli und Arben Imami Bashas Kurs und fordert eine echte Reform.


8. Russland-Connection der PD?: Unter Berufung auf US-Quellen wird über eine Subventionierung der PD durch dubiose russische Geschäftsleute debattiert. Die PS fordert staatsanwaltliche Ermittlungen Basha bestreitet jede Einflussnahme und gibt den Vorwurf an die PS zurück. Seine Kritiker innerhalb der PD fordern Aufklärung.

8. Bürgermeister Ahmeti verlässt VV: Der Bürgermeister von Prishtina, Shpend Ahmeti, verlässt die Partei „Selbstbestimmung“ (VV). In einem Offenen Brief begründet er diesen spektakulären Schritt mit der tiefen Zerrissenheit der Parteiführung. – Ahmeti hatte bei der Wahl 2013 den damaligen Bürgermeister Isa Mustafa (LDK) besiegt.

13. Opposition geht gemeinsam in Kommunalwahlkampf: Die LSI-Vorsitzende Monika Kryemadhi kündigt für den Kommunalwahlkampf 2019 ein gemeinsames Vorgehen mit der PD an; die LSI werde gegebenenfalls auch PD-Bewerber unterstützen.

14. Sprachgesetz in Makedonien erneut verabschiedet: Das makedonische Parlament verabschiedet das äußerst umstrittene Sprachgesetz in dritter Lesung mit 64 Stimmen gegen heftige Proteste der Opposition. Präsident Gjorgje Ivanov (VMRO-DPMNE) hatte das Gesetz nach seiner Verabschiedung in zweiter Lesung wegen Bedenken zurückverwiesen. Er hält das Gesetz nach wie vor für verfassungswidrig, weil es die Monopolstellung der makedonischen Nationalsprache einschränke und den einheitlichen Charakter des Staates untergrabe.

18. „Der Standard“: Deutschland verhindert Grenzänderungen: Nach einem Bericht der Wiener Tageszeitung „Der Standard“ scheiterte eine Vereinbarung zwischen Serbien und Kosovo über eine Abtretung Nordkosovos an Serbien an einem Einspruch Deutschlands, das den multiethnischen Charakter Kosovos nicht aufgeben wolle. Auch über eine Kompensation für Kosovo durch das von Albanern bewohnte Preševotal wurde spekuliert.

19. Meta segnet Verhandlungen mit Griechenland ab: Präsident Ilir Meta (LSI) genehmigt der Regierung Verhandlungen mit Griechenland über ein neues Abkommen zur Festlegung der Seegrenzen. Das Thema ist hoch strittig; in der Vergangenheit war ein Abkommen am Einspruch des albanischen Verfassungsgerichts gescheitert. Die Regierungen hatten sich vor kurzem bereits geeinigt, doch wurden Details der Einigung noch nicht veröffentlicht.

21. Kosovo-Parlament verabschiedet Grenzabkommen mit Montenegro: Mit 80 gegen 11 Stimmen verabschiedet das Parlament das seit langem strittige Grenzabkommen mit Montenegro. Zuvor hatten Abgeordnete der VV eine Sitzungsunterbrechung erzwungen, indem sie erneut Tränengasbomben warfen; die Verantwortlichen wurden von der Sitzung ausgeschlossen und zum Teil festgenommen. – Die EU begrüßt das Abstimmungsergebnis und stellt Visumserleichterungen in Aussicht.

26. Serbisch-kosovarische Krise: Der illegal nach Kosovo eingereiste serbische Politiker Marko Djurić wird in Mitrovica von kosovarischen Spezialkräften unter Gewaltanwendung festgenommen und später nach Serbien abgeschoben. Dies löst eine Eskalation im serbisch-kosovarischen Verhältnis aus. Der serbische Präsiden Vučić spricht von „Terroristen in Polizeiuniform“ und wirft der EULEX vor, bei der Festnahme mitgewirkt zu haben.

26. Albanien weist zwei russische Diplomaten aus: Albanien schließt sich den Maßnahmen vieler europäischer Länder an, die russische Diplomaten ausweisen, weil die russische Regierung für einen Giftanschlag auf einen ehemaligen russischen Doppelagenten und seine Tochter in Großbritannien verantwortlich gemacht wird. Der Militärattaché Vladislav Filipov und der Erste Botschaftssekretär Aleksej Balašov müssen Albanien verlassen.

26. Albanien – Norwegen 0:1: In Elbasan besiegt die Fußballnationalmannschaft Norwegens in einem Freundschaftsspiel Gastgeber Albanien durch ein Tor von Sigurd Rosted.

27. Serben verlassen die Kosovo-Regierung: Die „Serbische Liste“ zieht nach Konsultationen in Belgrad ihre Minister aus dem Kabinett Haradinaj zurück, das damit die Mehrheit im Parlement verliert. Die Kosovo-Serben reagieren damit auf die zeitweilige Festnahme des Belgrader Politikers Djurić.


28. Lebenslang für Rachemörder: Das Landgericht Verden verurteilt einen 23jährigen Albaner zu lebenslanger Haft, weil er ein Auto gefahren hatte, von dem aus durch einen Unbekannten in Visselhövede ein anderer Albaner erschossen wurde. Der Getötete hatte 2011 in Tirana einen Verwandten des Verurteilten erschossen und war nach einer Haftstrafe mit seiner Familie nach Deutschland geflohen. Das Gericht ging von Rache als Motiv aus, nicht aber von einer nach dem Gewohnheitsrecht formalisierten Blutrache.

29. Gülen-Anhänger in Kosovo in die Türkei verbracht – Regierungskrise: Die kosovarische Polizei nimmt sechs türkische Mitarbeiter des „Mehmet Akif“-Colleges fest und liefert sie an die Türkei aus. Das College wird von der Bewegung um Fetullah Gülen getragen. Vermutet wird Druck der türkischen auf die kosovarischen Behörden. Gülen, ein früherer Verbündeter des türkischen Präsidenten Erdoğan, ist heute mit ihm verfeindet und wird verdächtigt, hinter dem gescheiterten Putsch von 2016 zu stehen. – Ministerpräsident Haradinaj distanziert sich von den Festnahmen, von denen er nicht informiert worden sei, und entlässt am folgenden Tag Innenminister Flamur Sefaj und Geheimdienstchef Driton Gashi. – Erdoğan richtet bei einer AKP-Veranstaltung am 31.3. unverhohlene Drohungen an Haradinajs Adresse und beschreibt die Festnahmen als Aktion des türkischen Geheimdienstes MIT. – Der kosovarische Präsident Thaçi begründet die Aktion am 31.3. vor der Presse mit dem Schutz der nationalen Sicherheit, wendest sich also gegen Haradinaj.

29. Griechischer Außenminister in Tirana: Der griechische Außenminister Nikos Kotzias besucht Tirana; bei seinen Gesprächen mit seinem Amtskollegen Ditmir Bushati geht es um das Grenzabkommen und die EU-Perspektiven für Albanien. Ein Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras wird für den Sommer erwartet.

29. UEFA suspendiert „Skënderbeu“: Wegen Spielabsprachen schließt die Ethikkommission der UEFA den Klubi i Futbollit Skënderbeu Korça für 10 Jahre von allen europäischen Wettbewerben aus und belegt ihn mit einer Geldstrafe von 1 Million €; das ist die härteste jemals verhängte Strafe. Der Verein kündigt Rechtsmittel an.

31. Ausschreitungen bei Demonstration in Kukës: In Kukës werden bei einer Demonstration gegen Steuerpläne der Regierung zugunsten der „Straße der Nation“ schwere Ausschreitungen begangen; es gibt Festnahmen. – Die PD weist die Verantwortung der Regierung zu; Ministerpräsident Rama weist dies zurück. – Der kosovarische Ministerpräsident Haradinaj hält die von Albanien vorgesehenen Steuersätze für zu hoch.