Daten, Namen, Nachrichten

Hier sammeln wir die wichtigsten Nachrichten aus Albanien, Kosovo und weitere Länder in denen es albanische Minderheiten oder eine albanische Diaspora gibt. In unserem Archiv können Sie die Chronik der letzten Jahren nachlesen. Wählen Sie dazu einfach das entsprechende Jahr und Monat aus. Die gesamte Albanienchronik seit 1990 ist auch als Buch erhältlich.

 

Juni 2018

4. Bulgarien unterstützt Albanien: Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borisov (GERB) besucht zum Ende der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft Albanien. Er betont gegenüber seinem Kollegen Rama, auch weiterhin Albanien und Makedonien auf dem Weg in die EU zu unterstützen.

5./6., 16., 22. Albanien macht Lobbyarbeit in Berlin: Eine Regierungsdelegation unter Leitung von Justizministerin Etilda Gjonaj (PS) und eine Delegation des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments mit Rudina Hajdari (PD) und Mimi Kodheli (PS) führen Gespräche mit Regierung und Parlament in Berlin über die bevorstehende Entscheidung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zur EU. – Am 16.6. trifft Präsident Meta in Berlin mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zusammen. – Am 22.6. besucht Innenminister Fatmir Xhafaj (PS) seinen deutschen Kollegen Horst Seehofer (CSU). – Besonders in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gibt es große Vorbehalte gegen Beitrittsgespräche mit Albanien.

9. Kosovarischer Fußballfunktionär Vokrri stirbt: Der seit 2008 amtierende Präsident des Kosovarischen Fußballbundes (FFK), Fadil Vokrri, stirbt in Prishtina. Er wurde am 23.6.1960 in Svetlje bei Podujevo geboren und spielte 1984-87 in der jugoslawischen Nationalmannschaft. 2016 hatte er die Aufnahme des FFK in die UEFA und die FIFA erreicht. Vokrri hatte erst vor wenigen Tagen auch die albanische Staatsangehörigkeit erhalten. Bürgermeister Shpend Ahmeti kündigt an, das Stadion von Prishtina nach Vokrri zu benennen.

17. Durchbruch in Makedonien-Frage: Die Außenminister Griechenlands und Makedoniens unterzeichnen in Anwesenheit vom EU-Vertretern ein Abkommen, worin sich die „Frühere Jugoslawische Republik Makedonien“, wie sie international heißt, verpflichtet, den Staatsnamen „Republik Makedonien“ in „Republik Nord-Makedonien“ zu ändern. Damit sollen von Griechenland befürchtete Ansprüche des nördlichen Nachbarn auf drei griechische Provinzen endgültig obsolet werden, und Griechenland würde Makedoniens Beitrittserwartungen in NATO und EU nicht mehr blockieren. – Der Kompromiss stößt in beiden Ländern auf Widerstand. Außer nationalistischen Demonstrationen verliert die Regierung Alexis Tsipras (SYRIZA) einen Abgeordneten ihres rechten Koalitionspartners ANEL. Der makedonische Präsident Gjorgje Ivanov (VMRO-DPMNE) weigert sich am 26.6., das vom Parlament bei Boykott der rechten Opposition verabschiedete Gesetz über diesen Vertrag zu unterzeichnen. – Die albanischen Koalitionspartner von Ministerpräsident Zoran Zaev (SDSM) unterstützen das Abkommen.

20./21. Meta besucht Ungarn: Präsident Ilir Meta besucht Budapest, wo er mit Präsident János Áder und Ministerpräsident Viktor Orbán (beide FIDESZ) zusammentrifft; er dankt Ungarn für seine Unterstützung bei der europäischen Integration.

22. Kritik an Kosovaren in der Schweizer Nationalmannschaft: Nach dem Sieg der Schweiz gegen Serbien in der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland werden die aus Kosovo stammenden Schweizer Torschützen Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka gemaßregelt, weil sie die Serben mit der „Doppeladler-Geste“ provoziert hatten. – Schon in der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik an Nationalspielern mit albanischen Wurzeln gegeben, die mit dieser Geste Zweifel an ihrer Schweizer Identität aufkommen ließen (s. AH 3/2015).

25. Eqrem-Çabej-Büste: Vor dem Gebäude der Akademie wird eine Büste des Sprachwissenschaftlers Eqrem Çabej (1908-1980) aufgestellt. Der Bildhauer ist Hektor Dule. Çabej gilt bis heute als herausragender Vertreter einer eigenständigen albanischen Wissenschaft; er hatte besonders über die Sprachgeschichte des Albanischen gearbeitet.

26. EU-Minister für Beitrittsverhandlungen: Die zuständigen Minister der EU-Mitgliedsländer beschließen, mit Albanien und Makedonien ab Juni 2019 Beitrittsverhandlungen zu führen, falls beide bis dahin weitere Bedingungen erfüllen (bei Albanien geht es vor allem um den Kampf gegen die Kriminalität, bei Makedonien um die Normalisierung seiner Beziehungen zu Griechenland). Diese Einschränkung wurde besonders mit Rücksicht auf Frankreich und die Niederlande aufgenommen, die eine EU-Erweiterung derzeit eigentlich ablehnen. – In beiden Ländern wird der Beschluss hauptsächlich überschwänglich begrüßt, die Opposition in Albanien hebt allerdings die Einschränkungen hervor).

26.-29. EBU-Versammlung: In Tirana tagt die 80. Versammlung der European Broadcasting Union (EBU), der neben 72 weiteren Anstalten in 56 Ländern auch RTSH angehört. In einer Grußansprache hebt Ministerpräsident Rama die Unabhängigkeit des staatlichen Rundfunks hervor.

27. Keine Flüchtlingslager auf Balkan: Ministerpräsident Rama lehnt in einem Gespräch mit der „Bild-Zeitung“ die Einrichtung von Flüchtlings-Auffanglagern in Albanien ab. Sein Land sei weiterhin bereit, an einer Lösung mitzuwirken, aber nicht, das Problem allein zu bewältigen. – Ähnliche Erklärungen werden auch in anderen Balkan-Hauptstädten abgegeben.