Daten, Namen, Nachrichten

Hier sammeln wir die wichtigsten Nachrichten aus Albanien, Kosovo und weitere Länder in denen es albanische Minderheiten oder eine albanische Diaspora gibt. In unserem Archiv können Sie die Chronik der letzten Jahren nachlesen. Wählen Sie dazu einfach das entsprechende Jahr und Monat aus. Die gesamte Albanienchronik seit 1990 ist auch als Buch erhältlich.

Januar 2018

 

3. Milde Haftstrafen für VV-Abgeordnete: Das erstinstanzliche Gericht in Prishtina verurteilt vier VV-Abgeordnete, darunter den Parteigründer Albin Kurti, zu Haftstrafen zwischen 1 Jahr und 3 Monaten und 1 Jahr und 6 Monaten auf Bewährung. Die vier Politiker hatten vor zwei Jahren mehrfach Sitzungen des kosovarischen Parlaments mit Tränengasbomben gesprengt.
5. Westlicher Druck auf kosovarische Politik: Nach Medienberichten haben die USA. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien scharfe Kritik an den führenden kosovarischen Politikern geübt, weil die Arbeit des Sondergerichtshofes zur Aufklärung von Kriegsverbrechen durch Albaner, besonders durch die UÇK, behindert und durch Amnestien systematisch konterkariert werde. – Am 12.1.2019 schließt sich die EU diesem Druck mit einer Pressemitteilung an.

8. Hilton will Sheraton ersetzen: Nachdem zum Jahresende das Hotel „Sheraton“ in Tirana wegen Auseinandersetzungen um die Immobilie und um die Qualität des Hotels geschlossen wurde, wird für den Juni die Eröffnung eines „Hilton“ am Boulevard Gjergj Fishta angekündigt.

9. Datum für EU-Beitritt Albaniens fraglich: Nach EU-Angaben ist 2025 ein mögliches Datum für eine Südosterweiterung der EU. Die besten Chancen werden dabei Montenegro und Serbien eingeräumt. Albanien und Makedonien müssten Bedingungen für die Aufnahme konkreter Beitrittsverhandlungen erfüllen, während für Kosovo ein Kandidatenstatus noch nicht in Sicht ist.

11. Albanisch Amtssprache in Makedonien: Das makedonische Parlament nimmt mit 69 Stimmen einen Gesetzentwurf der Regierung an, mit dem das Albanische Amtssprache wird. Dieser Beschluss löst Proteste der nationalistischen Opposition, aber zugleich große Begeisterung im albanischen Raum aus.


15. 3,9 % Wirtschaftswachstum: Finanzminister Arben Ahmetaj gibt das Wirtschaftswachstum Albaniens für das abgelaufene Jahr mit 3,9 % an; das sei mehr als prognostiziert. Für 2018 peilt die Regierung ein Wachstum von 4,2 % an.

16. Oliver Ivanović ermordet: Einer der einflussreichsten kosovo-serbischen Politiker, Oliver Ivanović, wird in Nordmitrovica von Unbekannten erschossen. Der am 1.4.1953 geborene Ivanović war wegen Kriegsverbrechen zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt worden; das Berufungsverfahren lief noch. Er galt als Kritiker der serbischen Politik in Kosovo und hatte gute Beziehungen zur albanischen Mehrheit. – Sein Tod löst allgemeine Betroffenheit aus. – In Brüssel werden die laufenden Gespräche zwischen Serbien und Kosovo zunächst vertagt. – In den nächsten Tagen weisen Ermittlungen eher in die Richtung der Organisierten Kriminalität in Nordkosovo und Serbien als in die Richtung albanischer Nationalisten.


16. Skanderbeg-Jahr eröffnet: Mit mehrtägigen Festveranstaltungen zu Skanderbegs Todestag wird das im Vorjahr von der Regierung beschlossene Skanderbeg-Jahr eröffnet.

16. Albanisch-Lehrstuhl in der Ukraine: Bei einem Besuch des albanischen Ministers für die Diaspora, Pandeli Majko, in der Ukraine wird die Einrichtung eines Lehrstuhls für albanische Sprache an einer ukrainischen Universität vereinbart. Majko besucht auch das albanische Dorf Karakurt bei Odessa.


17. Shkololli leitet Nationalgalerie: Die Regierung beruft Erzen Shkololli zum Nachfolger von Artan Shabani als Direktor der Nationalgalerie in Tirana.

19.-21. Griechisch-albanische Gespräche: Die Außenminister Albaniens und Griechenlands, Ditmir Bushati und Nikos Kotzias, führen in Korça mehrtägige Gespräche über offene Probleme der Beziehungen beider Länder. Sie reichen von dem formal noch bestehenden griechischen Gesetz über den Kriegszustand über die Territorialgewässer bis hin zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen und der Rechtsstellung von Migranten. Eine erste Gesprächsrunde hatte vor einem Monat auf Kreta stattgefunden. Eine weitere Runde soll in einem Monat stattfinden. – Am 25.1. treffen die Regierungschefs Edi Rama und Alexis Tsipras beim Wirtschaftsforum in Davos zusammen.


24. Balkanisches Wirtschaftsforum: In Tirana nehmen sechs Balkanstaaten an dem Forum Future Balkans“ teil, um eine gemeinsame Wirtschaftsstrategie auf dem Weg in die EU zu debattieren. Der albanische Präsident Ilir Meta fordert einen gemeinsamen Energiemarkt.

25. Italienischer Kulturpreis für Kadare: Ismail Kadare erhält einen der drei diesjährigen Internationalen Kulturpreise „Nonino 2018“.

26. Kuwaitisches Unternehmen zieht sich zurück: Die kuwaitische Gesellschaft „Mak Albania“ zieht sich aus Albanien zurück. Ihr gehörte u.a. das kürzlich geschlossene Hotel „Sheraton“ in Tirana und das Hotel „Butrint“ in Saranda; die Gesellschaft verkauft derzeit ihre albanischen Immobilien.

27. Kundgebung der Opposition: Vor Tausenden seiner Anhänger ruft PD-Chef Rama zum Sturz der Regierung Rama auf, der er erneut Verwicklung in Drogenkriminalität und Stimmenkauf bei der Parlamentswahl vom 25.6.2017 vorwirft.

29. Blushi leitet Top Channel: Wenige Tage nach seinem offiziellen Rückzug aus der Politik übernimmt der Schriftsteller Ben Blushi die Leitung des Privatsenders Top Channel. Der frühere Minister und PS-Abgeordnete hatte sich mit PS-Chef Rama überworfen und eine Partei „Gleichberechtigte Liste“ (LIBRA) gegründet, die im Vorjahr bei der Parlamentswahl scheiterte.

30. Spekulationen über Abkommen mit Griechenland: Nach Äußerungen des griechischen Außenministers Nikos Kotzias haben sich Albanien und Griechenland auf eine Ausweitung der griechischen Hoheitsgewässer zu Lasten Albaniens und eine exklusive Wirtschaftszone verständigt. Griechenland habe jede Erörterung der çamischen Frage abgewiesen. –Die Erklärungen lösen Irritationen und Proteste in Albanien aus.


31. Berisha ruft zum gewaltsamen Umsturz auf: Der frühere Präsident und Regierungschef Sali Berisha (PD) ruft in einem Interview mit ABC News“ dazu auf, die Regierung Rama mit Gewalt zu stürzen, wenn es mit Wählerstimmen nicht gehe; Blutvergießen solle vermieden werden.