DAFG-Workshop 2007

AlbanerInnen in Deutschland

09.-11. November 2007
Jugendgästehaus Bingen

 

Die Emigration hat das Leben in Albanien über Jahrhunderte bestimmt. Es gibt kaum ein Land in der Welt, in dem nicht mindestens eine kleine albanische Kolonie existiert. Allein in der Zeit des Sozialismus war die Emigration nur unter größten Gefahren möglich, die Folgen für die zurück gebliebenen Familien waren oft brutal. Dies änderte sich erst, als im Juli 1990 der so genannte „Sturm auf die Botschaften“ stattfand. Dieses Ereignis, bei dem mehrere tausend AlbanerInnen ihre Flucht aus Albanien erzwangen, wurde praktisch zum Fanal für den Sturz des kommunistischen Regimes. Nur ein, zwei Jahre später flüchteten sie auf seeuntauglichen Schiffen zu tausenden über die Adria nach Italien, Tausende, ja Hunderttausende suchten ihr Glück im benachbarten Griechenland. In Deutschland landeten zunächst nur einige tausend, ihre Zahl erhöhte sich durch Landsleute, die die wenigen legalen Möglichkeiten nutzen konnten oder illegal das „gelobte“ Land erreichten. Nach den dramatischen Ereignissen von 1997 gab es eine weitere Fluchtwelle, die zahlreiche AlbanerInnen auch bis nach Deutschland führte. Es gibt keine verlässliche Zahl, wie viel Menschen aus der Republik Albanien derzeit hier in Deutschland leben, aber die Zahl der ursprünglich knapp 3000 Botschaftsflüchtlinge ist durch weitere legale wie illegale Zuwanderung, durch Familienzusammenführung oder Studienaufenthalte auf ein Vielfaches angestiegen. Bei allen individuellen Schicksalen sind doch viele Probleme, mit denen sich albanische Emigranten in Deutschland konfrontiert sahen, vergleichbar. So hat z.B. fast jede/r von ihnen sich mit der Unkenntnis bei uns über Albanien oder dem schlechten Image des Heimatlandes auseinander setzen müssen.

17 Jahre nach der so genannten „Botschaftsflucht“ wollen wir nun den Versuch unternehmen, die albanische Emigration nach Deutschland qualitativ wie quantitativ besser zu fassen: Dabei geht es uns nicht nur um das darstellen typischer Lebenswege (z.B. von Botschaftsflüchtlingen, Arbeitsimmigranten, Studentinnen und Studenten) oder das beschreiben von Erfahrungen und konkreten Problemen von in Deutschland lebenden AlbanerInnen, sondern wir wollen auch versuchen, in Arbeitsgruppen anhand von konkreten Arbeitsaufträgen, die sich aus den oben beschriebenen Erfahrungen ergeben, zu praktisch verwertbaren Ergebnissen zu kommen.

 

Programm:

Freitag, 9. November 2007
Eintreffen im Jugendgästehaus Bingen im Laufe des Nachmittags bzw. frühen Abends. Nach dem Abendessen einen Filmabend mit Filmen zum Thema a Emigration mit anschließender Diskussion: „Lule të kuqe – Lule të zeza“ bzw. „ Lamerika“

Sonnabend, 10. November 2007

9:00 – 11:00 Uhr
Bodo Gudjons, Vors. der DAFG:
AlbanerInnen in Deutschland – ein kurzer Überblick
N.N.
Deutschland – ein gelobtes Land? Aus Sicht der deutschen Botschaft
Ernal Fili, Erster Sekretär der Botschaft der Republik Albanien in Berlin
Deutschland – ein gelobtes Land? Aus Sicht der albanischen Botschaft:
Kliton Pleqi, Stellv. Vors. OG Hamburg
Der Weg ins Ungewisse – ein Botschaftsflüchtling berichtet

11:00 – 13:00 Uhr
Konstituierung von Arbeitsgruppen zu den Themen
1) Albanien – k(ein) weißer Fleck auf der Landkarte. Erarbeitung von Materialien zum Einsatz in der Jugend- und Erwachsenenbildung
Moderation: Dr. Michael Schmidt-Neke
2) Albanien – besser als sein Ruf! Wir erstellen Bausteine für eine Imagekampagne
Moderation: Bodo Gudjons
3) Leben in der Fremde – Möglichkeiten zur Organisation und Vernetzung
Moderation: Jochen Blanken

13:00 – 14:00 Uhr
Mittagessen

14:00 – 15:30 Uhr
Sitzungen in Arbeitsgruppen

15:30 – 16:30 Uhr
Kaffeepause

16:30 – 18:00 Uhr
Fortsetzung der Arbeit in Arbeitsgruppen

18:00 – 19:30 Uhr
Abendessen

ab 19:30
„Bunter Abend“ mit Lesung, Musik und Diskussion

Sonntag, 11.11. 2007

09:00 – 11:00 Uhr
Fortsetzung der Arbeit in Arbeitsgruppen

11:00 – 13:00 Uhr
Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen im Plenum

13:00 – 14:00 Uhr
Mittagessen

14:00 – 15:00 Uhr
Perspektiven für die weitere Beschäftigung mit den Arbeitsthemen

 

Zur Tagungsstätte:
Um die Kosten für die Teilnehmenden so niedrig wie möglich zu halten, haben wir uns dazu entschieden, die Veranstaltung in Jugendgästehaus Bingen durchzuführen.
Das Jugendgästehaus ist 2005 geöffnet worden und liegt oberhalb der Stadt Bingen mit herrlichem Blick über das Rheintal. Es verfügt über moderne Tagungsausstattung. Die Unterbringung haben wir in Zimmern mit 2- und 4-Bettbelegung geplant, alle Zimmer sind mit Dusche/WC ausgestattet.

 

Tagungsbeitrag:
Für die Teilnahme an der gesamten Veranstaltung 50,00 EUR im 2-Bett-Zimmer und 40,00 EUR im 4-Bett-Zimmer. Darin enthalten sind 2 Übernachtungen in der gewünschten Zimmerkategorie inkl. Vollverpflegung, beginnend am Freitag mit dem Abendessen und endend mit dem Kaffeetrinken am Sonntag

 

Anmeldung:
Ab sofort bei der Geschäfsstelle der DAFG:
Tel.: 0234 / 30 86 86
Fax: 0234 / 30 85 05
E-Mail: dafg(at)albanien-dafg.de