Mehr als 200.000 Albaner haben seit 2010 Asyl in der EU beantrag

13. Juli 2021 | Von | Kategorie: Berichte

Die Asylanträge albanischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in der Europäischen Union und der Schweiz (EU+) waren in den letzten zehn Jahren im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sehr hoch. Laut dem jüngsten Jahresbericht des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO) haben im Zeitraum zwischen 2010 (das erste Jahr in dem Zahlen von der EASO erhoben werden) und 2020 insgesamt 207.200 Albanerinnen und Albaner Asyl in der Europäischen Union und der Schweiz (abzüglich Großbritannien) beantragt.

Die Spitze wurde 2015 mit fast 67.000 Personen erreicht, halbierte sich ein Jahr später und schwankte zwischen 2017 und 2019 zwischen 20-24.000 Personen. Im Jahr 2020 sank die Zahl der Anträge deutlich aufgrund Covid-19-Pandemie und die damit einhergehenden Grenzschließungen bzw. Reiseeinschränkungen auf rund 7000. Die EASO-Daten unterscheiden zwischen Jugendliche und Erwachsene. Es gibt jedes Jahr eine große Anzahl an Anträgen von Minderjährigen, die im Durchschnitt ein Drittel der Gesamtzahl ausmacht. Im Vergleich zu anderen Ländern der Region hält Albanien den Rekord bei den Gesamtanträgen. An zweiter Stelle Rangiert das Kosovo mit ebenfalls etwa 200.000 Asylanträgen. Hier ist in den Jahren 2013-2015 ein hohe Ausreisebereitschaft zu erkennen und dann einen deutlichen Rückgang.

Serbinnen und Serben haben in dem besagte Zeitraum zwischen 2010 und 2020 177.000 Anträge gestellt, aus Nordmazedonien waren 90.000 zu verzeichnen, Bosnien 52.000, Montenegro 12.600. Für die gesamte Region war im Zeitraum 2014-2015 ein deutlicher Anstieg der Asylanträge in der EU+ zu verzeichnen, was den höchsten Stand des Jahrzehnts darstellt. Im Vergleich zur aktuellen Bevölkerungszahlen hat das Kosovo in den letzten zehn Jahren die höchste Asylantragsquote zu verzeichnen. Für den Zeitraum 2016-2020 befindet sich Albanien an der Spitze. In diesem Zeitraum haben 3,7% der Bevölkerung einen Asylantrag in der EU gestellt, verglichen mit 1,65% im Kosovo, 1,3% in Nordmazedonien und etwa 0,5% in Serbien, Bosnien und Montenegro.

Da sämtliche Länder des Westbalkans mittlerweile als „sichere Herkunftsländer“ gelten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Asylantrag erfolg hat sehr gering: in Deutschland werden weniger als 2% der Anträge von Albanerinnen und Albaner positiv beschieden. Die Quote für Kosovo oder für den anderen Ländern des Westbalkans ist ähnlich niedrig.

Der englischsprachige Bericht kann hier eingesehen bzw. runtergeladen werden, eine deutschsprachige Zusammenfassung hier.

 

 

 

 

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