Die Grundung des Vjosa-Naturparks muss vorankommen

11. Februar 2021 | Von | Kategorie: Berichte

Foto: Adrian Guri/EuroNatur

Zwanzig albanische Umweltorganisationen haben heute einen Antrag zur Gründung eines Vjosa-Nationalparks an den albanischen Umweltminister Blendi Klosi überreicht. Diese Organisationen, federführend darunter EcoAlbania, Riverwatch und EuroNatur und in Partnerschaft mit WWF Adria, Wetlands International Europe, International Rivers und The Nature Conservancy möchten die albanische Regierungsvertreter zum handeln ansporen. Seit Monaten wird zwar die Gründigung eines Nationalparks angekündigt, umgesetzt wird aber nichts. Ganz im Gegenteil. Olsi Nika von EcoAlbania meint dazu: „Nach unseren Informationen plant das Umweltministerium lediglich ein Landschaftsschutzgebiet und auch das nur für den Oberlauf der Vjosa.

Letztendlich geht es um eine Entscheidung zwischen Natur und Wirtschaft: Der ökologisch wertvollste Abschnitt des Flusses soll nach dem aktuellen Plan der Regierung gänzlich ohne Schutz bleiben. Dort sind derzeit der Bau mehrer Wasserkraftwerke geplant.

Sollte der auf 16-Seiten umnfassenden Antrag umgesetzt werden, würde einen IUCN-Standards entsprechen Naturpark entstehen, welcher die gesamte albanische Vjosa sowie frei fließende Zuflüsse wie Bence und Shushica umfasst. Insgesamt soll der Vjosa Nationalpark ca. 45.000 Hektar groß sein und etwa 300 Kilometer Fließgewässer schützen. Das wäre einzigartig in Europa und die Vjosa könnte Europas erster Wildfluss-Nationalpark werden.

„Von einem Vjosa-Nationalpark würden alle profitieren, die Vjosa, ihre Tiere und Pflanzen sowie die Menschen der Region. Ihnen würde mit einem Nationalpark auch eine wirtschaftliche Perspektive gegeben, die weder ein Landschaftsschutzgebiet noch sonst eine andere Schutzform gewährleistet“, so Ulrich Eichelmann von Riverwatch.

Bisher wurden 1.175 Tier- und Pflanzenarten an der Vjosa nachgewiesen, darunter 119 Arten, die nach albanischem Recht geschützt sind, sowie 39 Arten, die auf der internationalen Roten Liste der IUCN stehen. Tatsächliche dürfte die Zahl seltener Arten weit höher sein, da große Bereiche der Vjosa und ihrer Zuflüsse kaum erforscht sind.

Weitere bzw. weiterführenden Informationen finden Sie bei EuroNatur.

 

 

 

 

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