In der neuen Ausgabe der Albanischen Hefte geht es um die Digitalisierung

23. Januar 2020 | Von | Kategorie: Albanische Hefte

In der nun vorliegenden Ausgabe der Albanischen Hefte wollen wir uns mit der Digitalisierung einem ganz aktuellen Thema widmen, das so manch einer nicht unbedingt sofort mit Albanien in Verbindung bringen würde.

Völlig zu Unrecht, wie sich beim Lesen des Hefts herausstellen soll. Und auch den Vergleich mit Deutschland braucht Albanien dabei keineswegs zu scheuen. Als Land mit einer im europäischen Vergleich sehr jungen Bevölkerung ist nicht nur die Affinität zu Nutzung von Online-Angeboten, Smartphones und co. bei den Albanerinnen und Albanern besonders hoch. Auch die nötige Infrastruktur hierfür weiß im hügeligen Albanien immer wieder zu beeindrucken. Und wer erinnert sich nicht an die plakativen Überschriften der letzten Monate, bei denen Deutschland eine Netzabdeckung mit mobilem Internet attestiert wurde, die „sogar noch“ schlechter als in Albanien sei? Wer durch das Land reist weiß die beeindruckende Verbindungsgeschwindigkeit, die auch im letzten Bergdorf noch hervorragend funktioniert, sehr zu schätzen. Aber auch in der Bürokratie gibt es moderne Ansätze, die sich im dynamischen Transformationskontext und ohne oft lähmende Pfadabhängigkeiten durch bestehende Arbeitskulturen und Infrastrukturen oft viel besser neu installieren lassen als hierzulande. So können über das zentrale Portal „e-Albania“ zahlreiche Behördengänge vom Pass- über den Bauantrag bis hin zum Online-Bezahlvorgang abgewickelt werden. Unter der Federführung von Lars Häfner, dem Vorsitzenden der Gesellschaft Schweiz-Albanien und gleichzeitig einem Top-Autor der deutschsprachigen Wikipedia zum Stichwort „Albanien“ ist, ist uns zum Thema Digitalisierung ein Heft gelungen, das mit bestem fachmännischem Wissen ausgestattet ist.

Darüber hinaus gibt es im aktuellen Heft aber leider auch unschöne Entwicklungen zu Lesen. So ist mit Wilfried Fiedler am 11. September 2019 einer der bekanntesten Albanologen und Sprachwissenschaftler von uns gegangen. Einen Nachruf auf diese besondere Person finden sie in diesem Heft. Traurig stimmen kann aber auch die jüngste Reaktion der EU auf den diesmal so nahe geglaubten Beginn von Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien und Albanien. Hier gilt es zukünftig für alle Seiten mit viel Feingefühl die Gründe zu eruieren und die positiven Entwicklungen im Land trotz div. Rückschläge konsequent weiter zu verfolgen. Einer der wohl wichtigsten Gründe für die Absage der EU und damit auch ausschlaggebend für viele weitere Herausforderungen und Probleme (z.B. die erneute Flüchtlingswelle aus Albanien) ist die politische Dauerkrise und die Blockadehaltung der beiden großen Parteien im Land. Diesem Thema hat sich Michael Schmidt-Neke ausführlich angenommen.

Wir wünschen allen Lesern dieser Ausgabe der Albanischen Hefte damit wieder einmal interessante und neue Einblicke und Perspektiven in das spannendste Land Europas.

 

 

 

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