Die Bauarbeiten im Valbona-Tal gehen weiter

7. September 2018 | Von | Kategorie: Berichte

Nur mit Mühe wiederzuerkennen. Bauarbeiten im Valbona-Tal. Foto: Mirjan Aliaj

Die Bauarbeiten am Wasserkraftwerk Dragobia im Valbona-Tal gehen weiter. Trotz Widerstand unter den Bewohnern des Tals. Trotz Gerichtsurteile, die einen sofortigen Baustopp beschlossen.

Für die Stiftung Euronatur ist es eine juristische Farce. Im Juni noch haben Naturschutzorganisationen und Anwohnern einen sofortigen Baustopp vor dem albanischen Berufungsgericht durchgesetzt. Doch die Bauarbeiten wurden fortgesetzt, so Catherine Bohne, von der Umwelt-NGO Toka, auch danke des Amtsgerichts in Tropoja: Dieses hat Ende Juli eine einstweilige Verfügung genehmigt, die dem aus Tirana angereisten Gerichtsvollzieher, der mit der Durchsetzung des Baustopps beauftragt war, das Betreten der Baustelle verbietet.

„Dies ist ein deutliches Beispiel dafür, wie die Interessen der Menschen von Tropoja missachtet werden“, sagt Catherine Bohne dazu. „Die Menschen vor Ort haben furchtlos und unermüdlich daran gearbeitet, das Kraftwerk zu verhindern. Und das ist die Antwort, die sie von ihrem zuständigen Gericht erhalten“.

Das Berufungsgericht hat Juni noch Unregelmäßigkeiten bei der Erstellung der Umweltverträglichkeitsprüfung gesehen sowie eine mangelnde Einbeziehung der betroffenen Anwohner. Ähnlich wurde im Fall des Wasserkraftwerks Pocem an der Vjosa vor etwa einem Jahr geurteilt. So meine man daraus eine hoffnungsvolle Tendenz für den Umweltschutz und für die albanischen Wildflüsse zu erkennen.

Weit verfehlt: Catherine Bohne ist mittlerweile der Meinung, dass es mehr und mehr danach aussieht, „dass die Valbona der Testfall ist, der zeigen wird, ob die Justizreform und die faire Umsetzung der Rechtsstaatlichkeit in Albanien funktioniert oder ob das Land einigen reichen Geschäftsleuten erlaubt, zu tun, was sie wollen.“

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