Ausnahmezustand in der albanischen Nationalbibliothek wegen Wasserschaden

3. Juli 2018 | Von | Kategorie: Berichte

Foto: balkanweb.com

In der albanischen Nationalbibliothek herrscht derzeit Ausnahmezustand. Nach dem starkem Regen am 23. Juni kamm es zu einem bedeutenden Wasserschaden in einem Kellermagazin. Betroffen sind rund 12.000  Bücher, Zeitungen und anderen Materialien vor allem jüngeren alters.

Die Bilder, die den Schaden zeigen sind erschreckend. In Pressemeldungen wird aber ausdrücklich betont, dass weder die Sammlungen alter und seltener Schriften noch das Zeitschriftenarchiv betroffen sind. Nach einer ersten Bestandsaufnahme und der einleitung von Erstmaßnahmen schätzt die Bibliotheksleitung, dass rund 70% der 12.000 durchnässten Bücher vollständig ausgetrocknet und somit gerettet sind. Dafür wurde die Bibliothek für die Öffentlichkeit vorerst geschlossen um sich auf die Schadensbegrenzung zu konzentrieren.

Foto: balkanweb.com

Wie groß der Schaden wirkklich sein wird, bleibt abzuwarten. Die Umständen unter denen diese sog. Erstversorgung stattfindet sind alles andere als Ideal. Das Auffächern der Bücher und die Trocknung durch Einlegen von Lösch- bzw. Tissuepapier sind mit Blick auf eine möglichst geringe Schimmelbildung übliche Massnahmen in solchen Fällen. Die Verwendung von Haartrocknern dagegen eher weniger: Besser wäre das aufstellen von dafür geeignete Großventilatoren. Noch besser wäre die Verlegungen dieser Massnahmen in Gefriertrocknungsanlagen.

Längerfristig wird man sich auch noch mit den unvermeidbaren Verformungen auseinandersetzten, die im Trocknungsprozess entstehen. Auch da gibt es erprobte Massnahmen, die zu ergreifen wären. Es liegt auf der Hand, dass diese Verfahren alle Zeit und vor allem Kostenintensiv sind.

Insofern ist es folgerichtig, dass sich der albanische Präsident Ilir Meta Ende letzter Woche einschaltet hat. Es geht hier ja um ein wichtiger Bestandteil des nationale Kulturerbes. So forderte er sämtliche zuständige Institutionen auf, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um solche Schäden in der Zukunft zu verhindern.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass die Nationalbibliothek mit einer solchen Schadensmeldung für Schlagzeilen sorgt: vor knapp über einem Jahr, am 15. März 2017, hat es in der Bibliothek gebrannt.

Das Problem liegt auf der Hand: Die Bibliothek platzt aus allen nähten, die Neuanschaffungen der letzten 15 Jahren können aufgrund fehlender Räumlichkeiten nicht nach den üblichen und anerkannten technischen und fachlichen Standards gehalten werden. Dazu gehören die entsprechend Schutzvorrichtungen gegenüber Feuer und Wasser.

Die Situation in der Nationalbibliothek – und nicht nur dort – hat sich auch insofern verschlimmert, weil die Kanalisation unter dem neuen Skanderbegplatz bzw. unter der dortigen Tiefgarage nicht so funktioniert, wie erhofft. Die Kelleretage des Rathauses wurde nach dem Starkregen auch überflutet – dem vernehmen nach nicht zum ersten Mal.

 

 

 

Letzte Beiträge

Teilen:

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail
Schlagworte: , , , ,

Schreibe einen Kommentar