An der nordalbanischen Küste soll ein künstlicher Riff entstehen

18. April 2018 | Von | Kategorie: Berichte

Vor der albansichen Küste versenkt sollen die Pilzbunker ein neuer Lebensraum für maritime Flora und Fauna bilden. Zeichnung: Tanja Laeri

Das Projekt „Refugium II“ ist zwischen Kunst und Umweltschutz zu orten. Die Initiatorin, die in der Schweiz geborene aber in Albanien lebende Künstlerin Tanja Laeri, möchte eine noch unbestimmte Anzahl Pilzbunker in der Buna-Delta zu versenken. So soll ein künstlicher Riff entstehen, der die Küste vor der Erosion schützen und gleichzeitig ein neuer Lebensraum für maritime Fauna und Flora bilden kann.

Mit dem Projekt möchte Frau Laeri ein Werk erschaffen, das auch ausserhalb der Kunstszene eine Funktion erfüllt. Die allseits bekannte Betonpilze sind Zeugen einer Zeit, die von vielen Albanerinnen und Albanern lieber verdrängt wird. Durch einer simplen Standortveränderung werden sie aber wieder nutzbar gemacht. So bekommen diese trotzige Betonzeugen der Vergangenheit eine Zukunft im Einklang mit der Natur.

Die Pilzbunker schützten einst die albanische Bevölkerung vor potentiellen Invasoren. In Zukunft sollen sie dem Naturschutz dienen. Foto: Tanja Laeri

Was einst dem Schutz der Menschen dienen sollte, könnte nun zu neuem Lebensraum für maritime Fauna und Flora werden. Es ist schon lange erwiesen, dass künstliche Riffe eine immense, durchaus positive Auswirkung auf Natur und Umwelt haben. Allein im Mittelmeer wurden deswegen seit Beginn der 1970er Jahre an die 300 künstliche Riffe gebaut. Auch der künstliche Riff Refugium II wird zur Revitalisierung der adriatischen Küste beitragen, die Biodiversität und damit insbesondere auch den Fischbestand erheblich verbessern. Zudem werden die Bunker die verbotene Schleppnetzfischerei entlang der Küste erschweren, gar unmöglich machen. Gleichzeitig kann der Riff zu einer Touristenattraktion für Taucher werden.

Tanja Laeri hat in den letzten knapp zwei Jahren ein breites Bündnis aus Biologen und Ingenieure, Aktivisten und Politiker geschmiedet, die gemeinsam an diesem Pilotprojekt arbeiten. Mittlerweile gibt es  finanzielle Zusagen seitens der Agentur zur Unterstützung der Zivilgesellschaft (AMSHC) und dem Small Grants Programme der Global Environment Facility-Stiftung (GEF) bzw. der  UNDP. Darüberhinaus soll demnächst eine Crowdfunding-Kampagne in die Wege geleitet werden, um die noch vorhandene Finanzlücke zu schließen.

Für mehr Informationen zum Projekt siehe die „Refugium II“-Webseite.

 

 

 

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