Religionen in Albanien. Vortrag in Berlin

30. Januar 2018 | Von | Kategorie: Veranstaltungen

Vertreter der vier großen Religionen in Albanien. Foto: www.santegidio.org

„Albaner, seht nicht auf Moschee und Kirchenturm! Die Religion des Albaners ist das Albanertum.“ —- Pashko Vasa 1878

Diese sind die Worte eines großen albanischen Schriftstellers, Politikers und Diplomaten. Eingeengt und bedrängt, vorerst von den großen Universalmächten Rom und Byzanz, den mittelalterlichen slawischen Staaten und schließlich dem Osmanenreich, noch dabei drei verschiedenen, sich bekämpfenden Kirchen untergestellt, hatten es das Land und seine Bewohner schwer, eine politische Einheit und Unabhängigkeit zu entwickeln.

Aber Pashko Vasas Worte sollten nicht als Aufruf zum Nationalismus missverstanden werden. Vielmehr deuteten sie auf die Gefahr hin, die ethnische Eigenständigkeit, die Sprache und Volkskultur durch äußere religiöse und politische Einflüsse zu verlieren. Das autochthone Element wurde in den Hintergrund, wenn nicht in den Untergrund gedrängt. Sein Werk „Die Wahrheit über Albanien und die Albaner“ erschien gerade in einer Zeit, wo die Identität seines Volkes durch territoriale Trennung der Verlust drohte. Es wurde so zum Manifest der Rilindja-Bewegung.

Am 28. November 1912 erklärte Albanien seine Unabhängigkeit. Vorangegangen waren 500 Jahre osmanische Herrschaft, die das Schicksal des gesamten Balkans sowie Albaniens prägten und große historische, kulturelle sowie traditionelle Spuren hinterließen. Die christlichen Albaner wurden islamisiert, obgleich sie oft christliche Namen führten und auch christliche Riten lebten.

Im Jahre 1967 erklärte Enver Hoxha Albanien zum „ersten atheistischen Staat Europas“ und verbot die Ausübung jeglicher Religion. Kirchen und Moscheen wurden zerstört oder zu Lager- oder Sporthallen umgewidmet.

Seit 1991 herrscht wieder Religionsfreiheit in Albanien. Doch für den pragmatisch veranlagten Albaner spielt die Religion auch heute eine untergeordnete Rolle. Katholiken, Orthodoxe, Sunniten, Bektaschis, Atheisten und Agnostiker gehen heute mit demselben Respekt und derselben Toleranz miteinander um, wie sie es seit Jahrhunderten gewohnt sind.

Doch wie aktuell klingen Pashko Vasas  Verse in einer Zeit, wo alte Geister zu erwachen scheinen? Haben die Albaner und Albanien die nötige Basis um weiterhin als gutes Beispiel für religiöse Harmonie auf nationaler und internationaler Ebene zu dienen? Vjollca Hajdari führt am 31. Januar im Lessing Haus in dieses spannende Thema ein.

 

Religionen in Albanien – die religiöse Toleranz der Albaner
mit Vjollca Hajdari

Mittwoch, den 31. Januar 2018, 18 Uhr
LESSING-HAUS
Nikolaikirchplatz 7, Alexanderplatz
10178 Berlin

 

 

Veranstalter:

 

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