Die Fischerei in Albanien

29. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Berichte

Foto: visionplus.tv

Die Fischereiwirtschaft ist ein wichtiger Sektor der albanischen Wirtschaft, die nicht nur zum albanischen Export beiträgt sondern auch im Tourismus eine Rolle spielt.

Die Meeren, Seen und Flüssen Albaniens beheimaten zahlreiche schmackhafte Fischarten, darunter einige für die region einzigartige, wie zum Beispiel die Ohridforelle. Die Lagune von Butrint ist für ihre Muscheln- und Austernzucht bekannt.

Die Fischereiwirtschaft in Albanien geht schon in die Antike zurück. Archäologische Funde und entsprechende Schriften zeigen auf bedeutende Fischereien auf den Shkodra-, Prespa- und Ohridseen sowie in den Lagunen von Narta und Butrint.

Erste moderne Bestandsaufnahmen bezüglich der Fischerei in Albanien stammen aus den späten 1920er Jahren, also in der Zeit, als Achmed Zogu zuerst als Präsident und später als König einigermaßen gut funktionierende staatliche Strukturen etablierte. Die Fischerei war in Durres, Vlora, Lezha, Himara und Saranda konzentriert. Die Fischereiflotte war noch sehr schlicht und bestand überwiegend aus  kleinen Ruderbooten. 1947 wurde die erste Fischereikooperative in Durres gegründet. Danach bildeten sich Fischervereinigungen in Narta, Shengjin, Shkodra, Himara und Prespa.

Mitte der 1960er Jahre wurden Speisefischsorten aus China importiert und vor allem in den Stausehen angesiedelt.

Anfang der 1990er Jahre erlebte die albanische Fischereiwirtschaft eine massiven Einbruch, auch weil die Fischereiflotte sehr veraltet war. In den Jahren darauf haben die Fischer – meist aus Privatinitiative – etwa 150 Fischkutter aus Griechenland importiert. Diese Fischereiflotte ist heute in vier Häfen beheimatet, nämlich in Saranda, von wo aus 34 Fischkutter täglich in den Meer stechen, in Vlora (78 Kutter), Durres (94 Kutter) und Shengjin (41 Kutter).

Die Fischverarbeitungsindustrie, zum Beispiel in Vlora und Lezha, wo Fabriken zur Herstellung von Dosenfisch eröffnet wurden, erholt sich auch langsam von den Umbrüchen der 1990er Jahren

Peshk në furrë. Foto: www.kuzhinashqiptare.com

Heute erwirtschaftet die albanische Fischerei laut Landwirtschaftsministerium einen Umsatz von gegenwärtig ca. 50 Mio. US-Dollar. Etwa 30 Mio. US-Dollar werden in Meeresfischerei erwirtschaftet und 8 Mio. US-Dollar stammen aus der Muschel- und Austernfischerei. Der Rest wird in den Binnengewässern erwirtschaftet. Neben der Versorgung des heimischen Markts werden jährlich knapp über 550 Tonnen Fisch exportiert.

Schwieriger in Zahlen zu fassen ist die Rolle, die die Fischerei in der Tourismusindustrie spielt. Touristen werden mit dem reichhaltigen Fischangebot umworben. Und dieses Angebot, wie auch das romantische Bild des kleinen, vorindustriellen Fischers, trägt eindeutig dazu bei, das Albanien als Reiseziel immer wieder gelobt und auch weiterempfohlen wird.

 

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf der deutschsprachigen Seite von rti-Radio Tirana International erschienen.

 

 

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