Ein absoluter Highlight für Freizeitkletterer: Der Klettersteig „Via ferrata Ari“ in Rugova

22. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Berichte

Die Arbeiten beim 5. Kilometer der Rugova-Schlucht begannen auf Initiative von Pejas Alpinistenverein „Marimangat e Pejes“. Unterstützung erhielten sie hierbei von italienischen Experten, die nicht nur ihre Expertise im Anlegen von Klettersteigen sondern auch Material mitbrachten. Im Frühling 2014 konnten dann die ersten Neugierigen die Schlucht erklettern.
Die Tour startet am Fluss Lumbardhi e Pejes etwa fünf Kilometer nach dem Eingang der etwa 1000 Meter tiefen Schlucht. Anfangs musste der Fluss noch in Wathosen überquert werden, aber seit Herbst 2014 kommt man trockenen Fußes auf die andere Seite – dank der neuen Stahlbrücke nach tibetischer Bauart.
Die nächste Herausforderung auf dem Weg zum Beginn der Via Ferrata Ari ist die steile Böschung am Fuß des Berges, die durch die fleißigen Jungs und Mädels vom Marimangat e Pejes durch eine aus Holzbrettern und Erde in ihrer Steigung entschärft wurde, damit man nicht durch rutschendes Geröll den Halt verliert und abrutscht. Am vorläufigen Ende dieses steilen Aufstieges befindet sich die erste Höhle, in der eine kurze Rast für das Anlegen der Klettergurte eingelegt wird. Ab hier beginnt der eigentliche Klettersteig.
DSCF3070Die Karabiner am Klettergurt werden in ein im Berg verankertes Stahlseil eingeklinkt und dann geht es auch schon los. Zunächst am Berg entlang, das Stahlseil als Handlauf, den Fels unter den Füßen bis zur zweiten Höhle, die in früheren Zeiten als Behausung gedient hat, was an den Überresten der gemauerten Front mit ihren Aussparungen für Fenster und Tür noch gut zu erkennen ist. Schon von hier aus ist der Später geht es über im Berg verankerte Sprossen und Felsvorsprünge den Berg hinauf weiter zur dritten und größten Höhle der Klettertour, die wie ein kleiner Festsaal mit Kuppel anmutet. Nach einer kurzen Rast geht es weiter und man erklimmt den Fels weiter mittels der Stahlsprossen, wo man an die herausforderndste Stelle der Kletterroute gelangt: Mitten in der Kletterstrecke, die sich bis dahin wie eine Leiter erklimmen ließ, ragt ein Felsvorsprung hervor der einen Abstand von über einem Meter zwischen zwei Sprossen verursacht. Hier sind Gelenkigkeit und Kraft gefragt, um den Vorsprung zu überwinden und die darauffolgende Sprosse zu erreichen. Nach dieser Kletterpartie erreicht man eine kleine Wiese von der man einen atemberaubenden Blick über die Rugova-Schlucht hat, in der sich der Lumbardhi e Pejes sanft durch das Gestein schlängelt. Vor der endgültigen Fertigstellung der Via Ferrata Ari im September 2014 musste hier umgekehrt und zurückgeklettert werden – inklusive des beschriebenen Felsvorsprungs. Nach einer Rast geht es abwechslungsreich weiter, mal wie eine steile Wanderung, mal am Fels kletternd, zur vierten und letzten Höhle der Via Ferrata. Vor dieser Höhle befindet sich wieder eine Wiese, die sich als Rast- und Ausguckplatz anbietet. Von dort aus kann man über die Stadt Peja bis weit in die Dukagjini-Ebene blicken. Anschließend geht es weiter zu einem kleinen, von Marimangat e Pejes angelegten, Rastplatz, an dem die Klettergurte ausgezogen werden können. Die Via Ferrata Ari ist geschafft! Auf dem schattigen Platz kann man Kräfte für den Abstieg in die Schlucht sammeln, der nun bevorsteht. Der Wanderweg hinunter führt mal über Geröll, mal durch ein Wäldchen, bis zu Te Sharra, einer beliebten Badestelle am Fluss nahe dem Eingang zur Schlucht. Dort kann man das Abenteuer dann bei einem kühlen Birra Peja würdig ausklingen lassen.
DSCF3077Die Tour selbst dauert ungefähr drei Stunden und hat leichte bis anspruchsvolle Abschnitte. Dank der Stahlsprossen und des Sicherungsstahlseiles ist es aber auch Menschen, die noch nie geklettert sind, möglich, diese Herausforderung zu meistern. Es wird in jedem Fall empfohlen, nicht auf eigene Faust loszuklettern, sondern einen Guide zu buchen. Dieser kann auch das Equipment – Helm, Klettergurt mit Karabinern und Kletterhandschuhe – gegen Aufpreis mitbringen. Die Guides sind in mehreren Schulungen vom Deutschen Alpenverein (DAV) unterwiesen worden und sind auch für den Notfall ausgebildet. Festes Schuhwerk, wie Wanderschuhe, und lange Hosen sollten unbedingt zur persönlichen Vorbereitung gehören, ebenso wie der Sonnenschutz. Bei einer Klettertour dieser Länge sollte auch unbedingt an ausreichend Proviant gedacht werden: eine 1,5l-Flasche Wasser und ein, zwei belegte Brote müssen mit! Es gibt in Peja einige Bäcker, die leckere Sandwiches zum kleinen Preis von 0,50 € verkaufen und auch Sonntagmorgen früh öffnen.

Die Rugova-Schlucht ist ein riesengroßer „Abenteuer-Spielplatz“ und mit der Via Ferrata Ari haben die Jungs und Mädels vom Marimangat e Pejes bewiesen, dass sie das Know-How und die Kreativität besitzen, Pejas Gästen ein tolles Abenteuer in einer wunderschönen Landschaft zu bieten. Derzeit arbeiten sie an einem weiteren Klettersteig und die Fotos der Arbeiten am Berg lassen Spektakuläres ahnen.

Guides können über die Webseite von Marimangat e Pejes kontaktiert werden.

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