Eine Bergwacht für das Valbonatal

14. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Albanische Hefte

Die raue Schönheit des Valbonatals; Die Wanderwege sind trotzdem nicht zu unterschätzen. Foto: Sommerhäuser/Schüßler

In der kommenden Ausgabe der Albanischen Hefte beschäftigen wir uns mit dem Tier- und dem Naturschutz. Darin berichten auch Anke  Sommerhäuser und Wolfgang Schüßler über ein besonderes Crowdfunding-Projekt.

Das Paar war Anfang des Jahres im Valbaontal unterwegs. Aber als begeisterte Kletterer hatten sie einen besonderen Blick auf die Gegend:  „Auf unseren eigenen Wanderungen in den Albanischen Alpen im Frühjahr 2016 haben wir festgestellt, dass einige der dortigen Wanderwege sehr anspruchsvoll sind und häufig im steilen Gelände liegen“, sagte Anke Sommerhäuser dazu. In der Tat: In der Vergangenheit (und mindestens drei Mal im Jahr 2015) waren es stets ortskundige Einheimische die im Notfall – und in der Regel nachts – angerufen wurden um Wandergruppen, die sich verlaufen hatten zu retten. „Wir haben insofern gestaunt, dass es hier keine professionelle Bergwacht gab, die in einer solchen Situation aktiviert werden könnte,“ so Anke weiter, „eine Bergwacht, die vertraut ist im Umgang mit Seilen, Abseilgeräten und dem Aufbau von Abseilstationen.“ Die Gründung eines Rettungsdienstes schien dem Heil- und Erlebnispädagogenpaar  somit längst überfällig.

Diese Überlegungen reiften im Gespräch mit Cathrine Bohne, einer nach Albanien ausgewanderte Amerikanerin, die selbst Wandergruppen durch die Berge um das Valbonatal herum führt.  Cathrine Bohne und ihr Ehemann, Alfred Selimaj, haben jüngst eine NGO namens „Toka – zur Erhaltung der Albanischen Alpen“ gegründet. Beide hatten das Problem auch erkannt. Der Aufbau einer solchen Bergwacht für das Valbonatal gehörte dementsprechend zu den Zielen von Toka. 2015 hatten sie dafür 12 Männer rekrutiert, um das erste „Albanian Mountain Rescue Team“ (MRT) zu gründen. Als Anke und Wolfgang mit ihren Überlegungen dazu stießen, hatten sie unter Anleitung tschechischer und polnischer Rettungskräfte einen ersten Erste-Hilfe-Kurs absolviert. So entwickelte sich das Crowdfunding-Projekt „Schule, Bergwacht und klettern in Albanien“.

Die Mitglieder der Bergwacht im Valbonatal. Foto: Sommerhäuser/Schüßler

Nach ihrer Rückkehr aus Albanien suchten sie Kontakt zur Bergwacht Berchtesgaden, die eine ihrer Tragen inklusive Vakuummatratze für das MRT spendete. Vorher gab es keine solche Trage im Valbonatal, um schwer verletze Personen aus Steilhängen und unwegsamen Gelände transportieren zu können. Andere Spender gaben Klettermaterial und –ausrüstung, wie Kletter- und Statikseile, Gurte, Karabiner, Stirnlampen, Rucksäcke und wetterfeste Kleidung.

Im August 2016 machte sich das Paar erneut auf dem Weg zurück ins Valbonatal um mit den Männern des MRTs drei Trainings durchzuführen. Da ging es einerseits um den Auf- und Umbau der gespendeten Trage mit Rad und die Lagerung und den Transport eines Verletzten. Im zweiten Training wurden Sicherungstechniken und das Klettern am Fels geprobt. Nicht zuletzt wurden der selbstständige Aufbau von Kletter- und Abseilstationen und der korrekte Einsatz der gespendeten Ausrüstung erlernt.

Während des Aufenthalts kam auch die gute Nachricht dass da Funding-Ziel von EUR 3.000 erreicht wurde! Die Hälfte dieser Summe ging an die Schulen im Valbonatal, welche das Geld in einen Internetanschluss investierten – sowie einen Ausflug in die Hauptstadt bezuschussten, bei dem es um die Nachhaltigkeit in den Albanischen Alpen ging. Die zweite Hälfte der Spenden wurde für die Einrichtung von Kletterrouten und die finanzielle Unterstützung der Trainings mit dem MRT eingesetzt.

Weitere Informationen zur Crowdfunding-Kampagne gibt es unter www.startnext.com/valbonatal

 

 

 

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