Königliche Hochzeit in Albanien – Prinz Leka zieht es vor dem Traualtar

8. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Kalenderblatt
8

Foto: Prince Leka’s Facebookseite

Am 8. Oktober 2016 heiratet der Enkel von König Zog, Prinz Leka, seine langjährige Verlobte, die Schauspielerin Elia Zahariazu in einer  Zeremonie die – so die Organisatoren – ihresgleichen suchen wird.

Vor 78 Jahren – am 27. April 1938 – erlebe Albanien eine erste, große königliche Hochzeit. Damals heiratetet König Zog die ungarische Aristokratin Geraldine Apponyi de Nagy-Appony. Die Hochzeit wurde zum glamourösesten Ereignis, dass das Land je gesehen hatte. Zehntausende Albaner feierten auf den Straßen und Journalisten aus aller Welt kamen um darüber zu berichten. Der italienischer Außenminister und Schwiegersohn Mussolinis  Graf Ciano war Trauzeuge und Hitler schenkte dem Paar einen Mercedes. Fast genau ein Jahr später, am 7. April 1939, fielen italienische Truppen in Albanien ein. König Zog flüchtet mit seiner Familie und dem königlichen Hof über Griechenland in den Exil.

Jetzt, 78 Jahre später, wird der Enkel von König Zog, Prinz Leka dem Land einer zweiten königlichen Hochzeit bescheren. Am 8. Oktober 2016 heiratet er seine langjährige Verlobte, die Schauspielerin Elia Zahariazu in einer pompösen Zeremonie. Prinz Leka kam im Jahr 2002 nach einer Kindheit im südafrikanischen Exil nach Albanien um unter anderem kontroverse Beratungspositionen im Außenministerium und Präsidialamt zu begleiten. In den letzten zwei Jahren hat er sich mit der Verwaltung der Liegenschaften seiner Familie und der Königin Geraldine Stiftung, welche arme Familien, Waisen und Kinder in Not unterstützt.

3

König Zog und die Gräfin Geraldine auf ihrer Hochzeit am 27. April 1938

Die Organisatoren haben versprochen, dass Vertreter von etwa 20 europäischer Königshäuser anwesend sein werden, auch wenn die Details aus Sicherheitsgründen geheim gehalten werden. Sulejman Gjanaj, Vorsitzender der albanischen Legaliteti, eine kleine eher rechtsgerichtete monarchistische Partei, wittert Morgenluft. „Die Tatsache, dass mehr als 20 königliche Familien und mehr als 100 Aristokraten aus der ganzen Welt an dieser Hochzeit teilnehmen ist ein Beweis für die Legitimität des albanischen Königshauses“, sagte Gjanaj. „Das ist die beste Antwort auf alle, die die Geschichte unseres Landes gefälscht haben und der königlichen Familie ihrer legitimen Rechte verweigern“, fügte er hinzu.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde König Zog von den Kommunisten zum Landesverräter stilisiert und aus den Geschichtsbücher getilgt. Gjanaj glaubt, dass Prinz Leka, wie sein Großvater König Zog und Vater König Leka, sich für sein Land engagieren will. „Selbst mit seiner Hochzeit hat Prinz Leka versucht, dem zu dienen, das Image des Landes in der Welt zu verbessern“, sagt er.

Die albanische königliche Familie hat keinen besonderen Status oder offizielle Rolle heute, auch wenn Prinz Leka stets zu staatlichen Zeremonien eingeladen wird. Aber der ganze Hype zeigt Wirkungen. Fatmir Qafa, eine 70-jährige Rentnerin sagte, „sein Großvater hat viel für Albanien getan, Reformen durchgeführt um die Wirtschaft zu entwickeln und auch soziale Reformen eingeführt. Wir sollten nicht vergessen, dass König Zog, ein Muslim, eine römisch-katholische Frau heiratete, um so der religiösen Toleranz in dem Land den Weg zu ebnen… Albaner waren zu seiner Zeit viel freier als unter den Kommunisten. Es waren die Kommunisten, die versucht haben, seinen Charakter zu verfälschen“.

Der jüngeren Generation scheint das reichlich egal zu sein. Die 16-jährige Ersi wusste weder, dass Prinz Leka im Begriff war, zu heiraten oder dass er überhaupt eine langfristige Verlobte hatte. „Ich weiß, dass wir einen König hatten und Prinz Leka sein Nachfolger ist, aber sein Privatleben interessiert mich nicht“, sagte sie. „Aber jetzt bin in neugierig geworden und werde ins Internet gehen um über die albanischen Königsfamilie zu erfahren“.

Mit bestem Dank an Balkan Insight.

 

 

 

Letzte Beiträge

Teilen:

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail
Schlagworte: , ,

Schreibe einen Kommentar