„Man muss dieses Buch heute lesen“ – Kadares Dämmerung der Steppengötter

16. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Bücher

u1_978-3-10-038414-0„Man muss dieses Buch heute lesen. Dieses Buch handelt, wie fast alle Romane von Kadare, von Menschen im totalitärem System und wie sie aus Feigheit, aus Karrierismus, aus Eitelkeit mitmachen und zu Schweine werden. Davon handelt das Buch. Und wir leben in einer Zeit in der wir langsam immer mehr in einem solchen Zustand geraten.Und deshalb sollten wir heute das Buch lesen! Ich bin froh, dass der Fischer Verlag das Buch heute heraus gegeben hat und nicht vor acht Jahren, weil wir es damals womöglich gar nicht verstanden hätten.“ So stellte Maxim Biller Ismail Kadares „Die Dämmerung der Steppengötter“ im Literarischen Quartet vor.

Wie viele seiner Romane trägt Kadares „Die Dämmerung der Steppengötter“ autobiographische Züge. Kadare war selbst Ende der 50er Jahre Gast am berühmten Maxim-Gorki-Literaturinstitut. In dieser Zeit wurde er Zeuge der beispiellosen Hetzkampagne in allen Medien gegen Boris Pasternak, der den Nobelpreis nicht entgegennehmen durfte.

Illusionslos zeichnet der Icherzähler ein Bild des Geschehens am Moskauer Maxim-Gorki-Institut. Zu seiner großen Enttäuschung trifft er überwiegend auf Konformisten, ultraloyale Schmeichler, frustrierte Sozialisten und korrupte Informanten. Die eigenartige Stimmung aus Beklemmung, Misstrauen und gegenseitiger Bespitzelung unter den Studenten fängt er wie so oft in zum Teil surreal anmutenden Szenen ein.

Die Diskussion im Literarischen Quartet kann man in der ZDF-Mediathek ab der 36. Minute vefolgen.

 

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