Leipziger Buchmesse: Albanien glänzt durch Abwesenheit

19. März 2016 | Von | Kategorie: Bücher

Auf der Leipziger Buchmesse findet „Südosteuropa“ ohne Albanien statt.

Vor einem Jahr konnte ich noch positiv von den Entwicklungen auf der Leipziger Buchmesse berichten. Der vom albanischen Kulturministerium und nicht mehr vom Verlegerverband organisierte Stand war kleiner als in den Jahren davor, dafür aber besser organisiert. Die albanische Selbstdarstellung war noch weit davon entfernt, wirklich zufriedenstellend zu sein, aber die Tendenz war positiv.

So war die Lücke gegenüber der „Traduki„-Bühne – dort, wo der Albanienstand schon seit Jahren zu finden war – dieses Jahr besonders unerwartet. Was ist geschehen? Wo sind die Albaner geblieben? Auf dieser Frage gab es keine Antwort – Schweigen seitens der Vertreterinnen des Übersetzernetzwerks. Am Thema kann es nicht liegen: Traduki präsentiert die südosteuropäische Literatur dieses Jahr unter dem Titel „Aus, nach und in Südosteuropa. Flucht, Migration und Heimat.“

Wo sich in der Vergangenheit Albanien präsentiert hat herrscht gähnende Leere.

Das Netzwerk hat auch die Anreise einer Reihe albanischer bzw. kosovarischer Autoren ermöglicht, darunter Luljeta Lleshanaku, die das schon in ihrem Lyrikbändschen „Kinder der Natur“ behandelte Thema der Heimat bzw. der Heimatverbundenheit aufgreift, oder Ervina Halili, die u.a. an einem Runden Tische über die Beziehung der jungen Autorengeneration der jugoslawischen Nachfolgestaaten zum nicht mehr existierenden Staat ihrer Geburt teilnahm.

Es ist umso bedauerlicher, dass die Entwicklungen in Albanien, was Literatur und Literaturbetrieb angeht, nicht in Leipzig präsentiert wurde, weil es tatsächlich vorwärts zu gehen scheint: das neue Bücherportal „Albanianbooks“ ging vor kurzem online. Man hätte dieses Portal hier Medien- und Öffentlichkeitswirksam präsentieren können. Schade, dass es nicht dazu gekommen ist.

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