Die erste systematische Geschichte der DAFG ist erschienen

11. August 2015 | Von | Kategorie: Bücher

Kacza 2015 Geschichte der DAFGSeit ein paar Wochen liegt Thomas Kaczas Geschichte der DAFG – oder wie er sie etwas umständlich nennt: Wie die Freunde Albaniens zusammenfanden und ihr Gang durch die Zeiten – vor. Wir haben gespannt darauf gewartet. Die DAFG hat ja eine sehr bewegte Geschichte: Als Ableger der KPD/ML 1971 gegründet, hat sich der Verein Ende der 1970er-Jahre von der Partei emanzipiert und im Laufe der darauffolgenden Jahre eine beachtenswerte Position als Vermittler zwischen der BRD und dem damals noch sozialistischen Albanien erarbeitet. Der Verein organisierte Ausstellungen und Kulturveranstaltungen, Reisen nach Albanien und die Besuche diverser albanischer Delegationen nach Westdeutschland. Darüber hinaus konnten deutschsprachige Lehrer für die Universität Tirana und deutschsprachige Übersetzer bzw. Sprecher für „8 Nentori“ und Radio Tirana vermittelt werden.

Die unterschiedlichen Wenden, die Albanien in den 1980er-Jahren erfuhr – der Tod Enver Hoxhas 1985 und die langsame Öffnung unter Ramiz Alia, die Aufnahme politischer Beziehungen mit der BRD 1987 und die Massenflucht über die Botschaften im Sommer 1990 sowie das langsame Ende des alten Regimes ein Jahr später – erschütterte auch die DAFG. Stets dominierte die Frage, ob die Freundschaft mit Albanien an das damalige politische System geknüpft sei (oder das, was man davon wusste oder wissen wollte) oder war man eher Freund des Landes, der albanischen Bevölkerung und der albanischen Kultur?

Obwohl Thomas Kacza in erster Linie die Zeit bis 1991 im Blick hat, geht er zum Schluss kurz auf die Zeit danach ein. Die Mitglieder der DAFG entschieden nach 1991 wiederholt – da die Frage auch mehrfach im Raum stand – und anders als die große Mehrheit ihrer Schwesterorganisationen, den Verein nicht aufzulösen. Es ging weiter, es war aber – wie Kacza es formuliert – ein Überleben „mit Hängen und Würgen.“ Das Hängen und Würgen hat sich aber gelohnt, meint auch Kacza, und zeigt zuletzt auf, wo er die Perspektiven für den Verein sieht.

Die 55 Seiten umfassende Broschüre Wie die Freunde Albaniens zusammenfanden und ihr Gang durch die Zeiten ist in einer sehr limitierten Auflage erschienen und nur hier gegen eine Spende an den Verein zu bestellen.

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