Der erste illyrische Kaiser Roms, Claudius Gothicus, geboren

10. Mai 2014 | Von | Kategorie: Kalenderblatt

In der römischen Reichskrise des 3. Jahrhunderts wird Rom zur Militärdiktatur. Der Senat, die aus der Republik übrig gebliebene Vertretung der sozialen Elite, spielt nur noch in Ausnahmefällen eine Rolle bei der Wahl des neuen Kaisers. Der Militärputsch, die direkte Konfrontation von Truppenteilen, die ihren Kommandeur als Kaiser sehen wollen, wird zum Königsweg auf den Thron. Nach dem Ende der Severer-Dynastie (235), die immerhin fünf Kaiser stellte, gelingt es nur noch ausnahmsweise, dass ein Sohn seinem Vater folgt.

Marcus Aurelius Claudius wurde an einem 10. Mai vermutlich in 214 geboren, aber genau ist sein Geburtsjahr nicht zu ermitteln. Er stammt, so wie mehrere seiner Nachfolger wie Aurelian und Probus, aus dem Illyricum, den westbalkanischen Provinzen des Imperiums, vermutlich aus einer bäuerlichen Familie ohne Wurzeln in Italien. Seit Caracalla 212 das Bürgerrecht auf die freien Provinzbewohner ausgedehnt hat, nennen sich die meisten Aurelius, nach Caracallas offiziellem Herrschernamen Marcus Aurelius Antoninus. Soweit die unzuverlässigen antiken Historiker erkennen lassen, macht Claudius eine steile Militärkarriere und wird angeblich Kommandeur der Truppen im Illyricum. Als Gallienus, ein fähiger Reformer, der beim Heer und bei den Senatoren gleichermaßen unbeliebt ist, im Herbst 268 bei Mailand von den Truppen ermordet wird, wird Claudius zum Kaiser proklamiert – der erste aus der Reihe der illyrischen Kaiser. Er regiert nur zwei Jahre mit Rückhalt im Senat, bis er in Sirmium (im heutigen Serbien) an einer Krankheit stirbt. Er ist einer der ganz wenigen römischen Herrscher des dritten Jahrhunderts, der nicht ermordet wird. Diese kurze Herrschaft wird wichtig, weil es ihm gelingt, den Goten bei Naissus (Nis in Serbien) eine schwere Niederlage beizubringen und die über die Donau zurückzudrängen. Unter anderem wird ihm deshalb der Titel Gothicus Maximus (der größte Besieger der Goten) verliehen; als Claudius Gothicus geht er in die Geschichte ein, und zwar so nachhaltig, dass Konstantin der Große ihn als seinen Urgroßonkel bezeichnen wird.

 

 

 

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