Giuseppe de Siati (1946-2013)

13. Mai 2013 | Von | Kategorie: Verein
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Giuseppe (Beppo) de Siati (1946-2013)

Am 18. April 2013 ist überraschend an einem Herzleiden Giuseppe (Beppo) de Siati in seinem Haus in Berlin gestorben.

Giuseppe de Siati wurde 1946 in Lörrach geboren. Sein Vater stammte aus einer Intellektuellen- und Fotografenfamilie in Tarent. Beppo ist schon in seiner Jugend nach Berlin gegangen und hat sein Lebtag in der Amerikanischen Gedenkbibliothek Berlin als Bibliothekar gearbeitet.Beppos Leidenschaft waren Buch, Film und Albanien.
Von 1979 bis 1987 war Beppo Mitglied des DAFG-Vorstands und hat in dieser Zeit die Geschicke unserer Gesellschaft maßgeblich mitbestimmt. Seinem Einsatz war es zu verdanken, dass seit 1978 von der DAFG im Rahmen der Berlinale – außerhalb des Wettbewerbes –  jahrelang albanische Filme gezeigt werden konnten.

In den 70er und 80er Jahren pflegte Beppo freundschaftliche Beziehungen zu dem greisen, in Ostberlin lebenden Wieland Herzfelde, dem Gründer des berühmten Malik-Verlages der 20er Jahre. Wieland Herzfelde übertrug Beppo die Rechte seines Verlages. So gründete Beppo mit Freunden in Kiel den „Neuen Malik Verlag“, der später vom Piper-Verlag übernommen wurde.

Im „Neuen Malik Verlag“ erschien in den 80er und frühen 90er Jahren eine Reihe von Romanen Ismail Kadares, die direkt aus dem Albanischen übersetzt wurden, z.T. von Giuseppe de Siati selbst (der 1973 bei Claassen erschiene Roman „General der toten Armee“ war aus dem Französischen übertragen worden). 1991 erschien auch der Roman Dritëro Agollis „Zylo oder Die abenteuerliche Reise durch die wundersame Welt von Bürokratien“.

Mit Dritëro Agolli und einer ganzen Reihe albanischer Künstler wie z.B. Edi Hila, Vladimir Myrtezaj, Fatos Baxhaku, Fatos Lubonja hielt Beppo über die ganzen Jahre enge freundschaftliche Beziehungen. Vladimir Myrtezaj schreibt in seinem Nachruf auf Beppo u.a.: „Unauslöschlich wird seine ganze gewaltige Fürsorge für seinen engen Freund Robert Schwarz in dessen letzten Lebensminuten bleiben, dem er mit nicht gewöhnlicher Hingabe diente.“ Überhaupt hatte er sein Herz in Albanien verloren. Im Mai wollte er wieder nach Albanien reisen.Nun wurde er jäh aus dem Leben gerissen. Beppo hinterlässt seine Frau Brigitta Jost und seinen 34jährigen Sohn Philipp. Wir trauern mit ihnen, auch wir haben einen Freund verloren.

Der Vorstand der DAFG

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