Bester Botschafter: Workshop-Impressionen

8. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Verein

Impulsvortrag zum albanischen Weltkulturerbe.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens Albaniens als unabhängiger Nationalstaat lud die Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft vom 14.-16. September 2012 zum Workshop nach Possenhofen am Starnberger See ein. Zwei Ziele wurden damit verfolgt: Einerseits sollte zum 100. Jahr der albanischen Unabhängigkeit ein kritischer Blick auf die Entwicklungen im Bereich der Kultur geworfen werden. Andererseits sollte, nach Veranstaltungen in Bingen, Bad Godesberg und Kassel, der Süden Deutschlands mit in die Aktivitäten der DAFG einbezogen werden. Letzteres ist uns insofern gelungen, da vielversprechende neue Kontakte in den Großraum Stuttgart entstanden sind.

Bledar Kondi referiert zum Thema „Albanische Musik“.

Diskutiert wurden, jeweils nach einem Impulsreferat, solch unterschiedliche Themenbereiche wie die albanische Musik (Bledar Kondi) und jüngste sprachwissenschaftliche Entwicklungen (Jochen Blanken) sowie Entwicklungen in der albanischen Literatur (Michael Schmidt-Neke), dem Albanischsprachunterricht in deutschen Schulen (Muhamet Idrizi), der Kunst (Helga Theodhori) und dem albanischen Weltkulturerbe (Andreas Hemming).

Jochen Blanken hat sich das schwierige Thema der Sprachwissenschaft angenommen

Als besonders Interessant hervorzuheben war Jochen Blankens Überblick über die Sprachentwicklung in Albanien und dem Kosovo. Die sprachliche Zweiteilung des albanischen Sprachraums in einen Gheg-sprechenden Norden und einen Tosk-sprechenden Süden sollte man als allseits bekannt voraussetzen können. Jüngste sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse weisen aber eine rasante Weiterentwicklung der albanischen Sprache seit 1991 nach. Das ist eine Folge der nachlassenden staatlichen Kontrolle (im positiven wie im negativen Sinne) sowie des massiven Einflusses von Frendsprachen (v.a. Englisch) im Alltag und in der Politik. Hinzu kommt die zunehmende Mehrsprachigkeit der Diasporagemeinden beispielsweise in Griechenland, Italien oder der Schweiz. So entstehen u.a. Sprachvarianten, die man hierzulande vielleicht als Denglisch oder auch Kiezdeutsch bezeichnen würde. Auch festigt sich der sprachliche Unterschied zwischen dem „Albanischen“ und dem „Kosovarischen“.

Die den Referenten entgegengebrachte Aufmerksamkeit war fast mit den Händen zu greifen.

Die Pausen waren reichlich bemessen sodass andere Themen auch Platz hatten.

Muhamet Idrizis Ausführungen zum Albanischunterricht an deutschen Schulen war ebenso ein Höhepunkt. Im Rahmen seiner Abschlussarbeit an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg untersuchte er die Strukturen des Albanischunterrichts in Baden-Württemberg. Aufzeigen konnte er eine Vielzahl an Hürden in der Bereitstellung des Unterrichts – vom fehlenden Lehrmaterial bis zur Bezahlung der Lehrer oder der Bereitstellung von Räumlichkeiten. Das Problem ist bekannt und dank Idrizis Analyse auch statistisch untermauert; Lösungen, zumindest in Baden-Württemberg, werden gesucht.

Am Abend haben wir uns gut unterhalten können.

Nach einem gemeinsamen Ausflug ins Kaiserin-Elisabeth-Museum und einem Abendessen im Wirtshaus (wetterbedingt leider ohne den Genuss des Biergartens), mündete der Samstag in einen gemütlichen Abend mit Musik und Diskussion.

Höchste Konzentration war angesagt.

In der freien Zeit zwischen den Workshops hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, die künstlerischen Arbeiten der sächsischen Künstlerin und Albanienfreundin Karin Kempe zu genießen. Die Zeichnungen entstanden während ihrer Wanderreisen durch Albanien oder in der Auseinandersetzung mit ihren dort entstandenen Skizzen. Vielen Dank Karin, dass du diese Bilder auf die lange Reise mit nach Possenhofen genommen hast!

 

 

 

 

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