(Ex-)König Zog stirbt am 9. April 1961 im Alter von 66 Jahren

9. April 2011 | Von | Kategorie: Kalenderblatt

Die königliche Familie im Exil: Königin Geraldine, Prinz Leka und König Zog

Fast genau 22 Jahre, nachdem er mit seiner jungen Familie Albanien auf der Flucht vor den Italienern verlassen musste, stirbt Ahmet Zogu in Paris-Suresnes an Magenkrebs. Er ist erst 66 Jahre alt – sollten sein offizielles Geburtsdatum 8. Oktober 1895 auch stimmen.

Zogus Karriere verlief kometenhaft – vom jungen Stammesführer aus Mat zum Innenminister mit 24 Jahren und zum Ministerpräsidenten mit 27 Jahren. Seine Macht schien 1924 durch die Juni-Revolution schon gebrochen, doch mit jugoslawischer Unterstützung kehrt er Weihnachten 1924 zurück. Diesmal gibt es keine halben Sachen: er setzt eine diktatorische Verfassung durch, in der er als Präsident die Macht in seinen Händen hält. Er bindet sein Land an das faschistische Italien, von dem er sich die Garantie seiner Macht und Hilfe bei der wirtschaftlichen Modernisierung Albaniens erwartet.

1927 lässt er sich mit Mussolinis Segen zum König proklamieren – der Balkan hat seine erste Königsdiktatur. Die anderen Balkanstaaten werden diesem Modell bald folgen – mit einem Unterschied: in Jugoslawien, Bulgarien, Rumänien und (mit Einschränkungen) Griechenland werden die Monarchen die Macht übernehmen, Zogu hatte sie schon, als er König wurde. Es ist kein Dauerzustand: wie Hitler setzt auch Mussolini auf Expansion. Sein Schwiegersohn und Außenminister Graf Ciano, der noch 1938 Zogus Trauzeuge bei der Hochzeit mit der Gräfin Geraldine Apponyi war, präsentiert ihm knapp ein Jahr später einen Knebelvertrag, der die letzten Reste von Zogus politischer Macht auf Italien transferieren würde. Zogu verweigert die Unterschrift, ruft zum Widerstand gegen die italienische Invasion am 7. April 1939 auf und flüchtet mit seiner Familie und den ihm treu gebliebenen Teilen seines Hofes nach Griechenland. Seine Odyssee führt ihn über Ägypten nach England, wo er den 2. Weltkrieg verbringt, und schließlich nach Frankreich.

Aus dem Exil  versucht er sich als Gallionsfigur des antikommunistischen Widerstandes zu positionieren, wohl mit eher weniger Erfolg. Sein Tod lässt den Blätterwald der yellow press ein letztes Mal rauschen.

 

 

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