Medientipp: Scheidung auf Albanisch

22. Februar 2009 | Von | Kategorie: Berichte

divorce 1961 brach Enver Hoxha die Beziehungen zum kommunistischen Lager ab und treibt Albanien  in die völlige Isolation. Für tausende Familien in Albanien hatte diese Politik der Abschottung schlimme Folgen: Allen Männern, die mit ausländischen Frauen verheiratet waren, wurden befohlen, diese in ihre Heimatländer zurückzuschicken und sich von ihnen scheiden zu lassen. Der Grund:  Hodxha unterstellt, all diese Frauen aus den ehemals befreundeten Staaten seien Spioninnen. Vom albanischen Geheimdienst massiv bedroht und unter Druck gesetzt, verlassen ab 1962 unzählige von ihnen das Land. Etliche aber wollen bei Mann und Kindern bleiben. Sie und ihre Partner werden verfolgt, verschleppt, für Jahrzehnte inhaftiert, oder gar zum Tode verurteilt. Ihr einziges Verbrechen: die Liebe.

„Scheidung auf Albanisch“ – hier zum Trailer – ist eine berührende Dokumentation der bulgarischen Filmemacherin Adela Peeva. Sie erzählt vom tragischen Schicksal dreier Paare, deren Leben durch die willkürliche Politik eines paranoiden Despoten für immer zerstört wurde. Eindringlich berichten die Opfer von absurder Beschuldigung, Demütigung und unmenschlichen Haftbedingungen in Arbeitslagern, die bis in die 1980er Jahre existierten. Der Autorin ist es nach jahrelanger Suche gelungen, einzigartiges Filmmaterial in osteuropäischen Archiven ausfindig zu machen, das den grotesken Alltag im kommunistischen Albanien jener Zeit veranschaulicht.

„Scheidung auf Albanisch“ wird am Montag, 02. März 2009, 23.15 – 00.15 Uhr auf WDR 3 gesendet.

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