Er hat die Geschicke Albaniens einst mitentschieden: der britische Karrieresoldat Walter Francis Stirling

22. Februar 2008 | Von | Kategorie: Kalenderblatt

Foto aus den Memoiren: Walter F. Stirling: Safety Last. London 1953.

Walter Francis Stirling war einer der vielen Ausländern, die in der Zogu-Ära eine wichtige Rolle in Albanien spielten. Der britische Karriereoffizier wurde am 31.1.1880 geboren. Er erwarb sich reiche militärische Erfahrungen im arabischen Raum, u.a. an der Seite des als Lawrence of Arabia berühmt geworden T. E. Lawrence. 1923 wurde er vom britischen Gesandten Sir Harry Eyres in Tirana als Berater des Innenministeriums vorgeschlagen. Ahmet Bej Zogolli war im Dezember 1922 Ministerpräsident geworden, behielt aber das machtpolitische Schlüsselressort des Inneren, das er schon seit Dezember 1921 in der Regierung von Xhafer Bej Ypi inne gehabt hatte. Stirling verabscheute Fan Noli, der von Juni bis Dezember 1924 albanischer Ministerpräsident war, und begrüßte Zogus endgültige Machtergreifung Ende 1924. In Zogus Auftrag und mit Genehmigung der britischen Regierung, die sorgfältig darauf bedacht war, den Interessen Mussolinis nicht ins Gehege zu kommen, warb er weitere britische Offiziere als Inspekteure für die neu aufzubauende Gendarmerie an. Nach eigenen Angaben drängte er Zogu dazu, sich für ein Bündnis mit Italien und gegen den Avancen Jugoslawiens zu entscheiden, was mit den beiden Tirana-Pakten von 1926 und 1927 vollzogen wurde. Im Herbst 1927 wurde Stirling zum Generalinspekteur der gesamten Verwaltung (außer der Justiz) befördert; seine Position bei der Gendarmerie wurde von einem anderen Briten, Sir Jocelyn Percy, übernommen. Selbst auf die Absicht Zogus, sich 1928 zum König proklamieren zu lassen, nahm Stirling nach eigenen Angaben Einfluss. 1931 wurde der von ihm selbst geförderte italienische Einfluss so stark, dass er seine Stellung aufgeben und das Land verlassen musste. 1953 veröffentlichte er seine Erinnerungen unter dem Titel „Safety Last“; er stab am 22. Februar 1958.

 

 

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